Gewissen

MEIN MITWISSER - DAS GEWISSEN

von Beruf: Theologe, Philosoph und Journalist.

Mein Mitwisser, aus Berufung: Theologe, Philosoph und Journalist.

Mein Mitwisser der: Theologe, Philosoph und Journalist in mir.

Mein Mitwisser, von Beruf: Theologe, Soziologe und Journalist.

 

Inhaltsverzeichnis

MEIN MITWISSER - DAS GEWISSEN

1. Der Begriff

2. Zugänge (Theoretisch)

Status

Zeiten

Deutungen (Brillen, Schulen, Prägungen)

Schnittmenge / Schnittstellen /Schnittfläche / Schnittpunkt

3. Fakultäten (Theoretisch)

Historisch

Künste

Poesie, Malen, Gestalten, Gedichte

Theologisch

Medizinisch

Philosophisch

Psychologisch

Soziologisch

Juristisch

Journalistisch

Ökonomisch

4. Funktionsweise

Gewissens Empfindungen

Gewissens Gestalter

Gewissens Quellen

Gewissens Wege Funktionen

5. Transzendenz

Integrität

Identität

Intimität

6. Schulen / Traditionen / Praxis Sprache und Kultur

Wissend – rational

Glaubend – sakral

Verklärt – holistisch

Gestaltend – ordnend

7. Rollen (Praxis)

EIN WEG DER GEWISSENSBILDUNG / Anwendung

Einführung

Der Text aus der „neuen Genfer Übersetzung“

1. Gestärkt und gerüstet!

2. Gürtel der Wahrheit

3. Panzer der Gerechtigkeit

4. Schuhwerk der Bereitschaft

Der Josua Schritt

5. Schild des Glaubens

6. Helm der Rettung

7. Schwert des Geistes

8. Wachsam mit Ausdauer und Beharrlichkeit!

9. Ausblick & Anwendung

KASUISTIK, meine Gewissenswege Gewissenentscheide


Einführung

Als einfacher Gärtner, Hauswart und Hotelier befasse ich mich seit über dreissig Jahre mit dem Thema Ge-,Wissen. Inspiration gaben mir das Leben, die Natur, Gespräche mit Theologen, Philosophen und deren Professoren. Besonders in der Literatur fand ich viele Wertvolle und offenbarende Gedanken und Vergleiche.

Angesprochen hat mich Albert der Grosse, der dem Thema Ge-,Wissen Weite, Weg und Raum gab. Dies möchte ich auch mit diesem Buch bezwecken, nicht in einer festen Starren Identität, Ordnung und Vergangenem verharren, sondern den Raum öffnen, Wege zeigen und Weite schaffen.

Wen wir vom Mitwissen oder vom Mitwisser und Gewissen reden, reden wir von Philosophie, der Lehre der Weisheit, wir reden von Wissen schaffen, den Wissenschaften und von einer Rückbindung der Werte, Normen und des Autoritäten Verständnisses - also der Religion.

Nun, nach Corona, während den Geopolitischen Umwälzungen, lange nach der Reformation, der Aufklärung und der Werte und Sittenrevolution der 68 - iger Jahre ist die bestimmende oberste Autorität, Macht oder Gott beliebig anwendbar und austauschbar geworden. Daraus folgt, dass, das uns angeeignete Wissen und die Gewissensmassstäbe plural, vielfältig und ohne für die Gesellschaft (grössere Ganze) eine verbindliche Grösse ist. Der Priester, Pfarrer im Dorf oder Stadt hat seine Macht verloren. Die Rückbindung in das selbst gewählte grössere Ganze, das religiöse wird von selbstgewählten Influencer, Wissenschaftler und Gurus als Vertreter ihrer Ideologien und Geistesströmungen definiert und vermittelt. Sie sind die neuen Priester und Pfarrer im regionalen und globalen Dorf in dem wir Leben. Sie treten für den einzelnen und ihr grösseres Ganze als Wissens und Gewissensautoritäten auf.

Es geht um eine echte, ehrliche Auslegung und einen empfindsamen, sensiblen Umgang mit seinem Bewusstsein, Wissen und Gewissen. Es geht darum seines Wissens und Gewissensempfindungen und Regungen zu deuten und mit seinen und seinem Lebensumfeld bestimmenden Werten, Normen und Autoritäten in Kontakt zu bringen und zu Reflektieren. Es geht auch um einen gesunden, heilsamen Umgang mit dem zunehmenden Ge-, Wissenserfahrungen.

Jesus zum Beispiel ging Oftmals in die Stille auf einen Berg, dann ging er hinunter in die Gemeinschaft seiner Freunde, erst dann ging er hinaus, tat Zeichen und Wunder. Heilte Menschen und hielt reden, jagte die Händler zum Tempel raus, oder kritisierte Mitglieder der theologischen Elite. (Matthäus 23). Jemand kann mit einem guten Wissen und Gewissen jemanden umbringen. Ein gutes Gewissen kann auch ein Zeichen von Unbelehrbarkeit und Stolz sein, deshalb wohl sagte Alfred Schweizer der Tropenarzt von Lambarene: „Nie dürfen wir abgestumpft werden. In der Wahrheit sind wir, wenn wir die Konflikte immer tiefer erleben. Das gute Gewissen ist eine Erfindung des Teufels“.

Wenn das Gewissen redet, dann kommen unsere Gedanken und Handlungen in Bewegung wir sind herausgefordert ein Entscheid für das "Gute und Richtige oder Falsche und Schlechte" zu fällen. Das Gewissen kann nach Viktor Frankl als die "Fähigkeit, Sinngestalten in konkreten Lebenssituationen zu perzipieren", angesehen werden. Es ist keine "Bibliothek von Vorentscheidungen". Ein „Glaubensweg der Gewissensbildung“ kann in diesem „ringen“ ein Halt sein und werden. Und in den Stimmen und Stürmen der Gesellschaft und deren Zeitgeister eine Orientierung und Kraft zur Ordnung, Gesundung und dem heiligen bieten. Und damit seinem „Mitwisser“ ein Freund zu werden und sein.

  1. Der Begriff

Das Wort „Gewissen“ stammt laut Duden vom mittelhochdeutschen Wort: „Gewiʒʒen(e), oder gewiʒʒenī (Althochdeutsch) abgeleitet. Dies stammt vom Lateinischem „conscientia“ ab. Welches wiederum vom griechischen «syneídēsis» Lehnübersetz wurde. Was mit: „(inneres) Bewusstsein“ eigentlich = „Mitwissen“ übersetzt werden kann.

Das „Mit“ leitet sich vom „con“ des „conscientia“ ab und kann auf in Bezug auf „mit sich selber, in Bezug auf „mit Mitmenschen“ aber auch in Bezug auf „der Umwelt“ bezogen werden. Dies im öffentlichen wie privaten Raum, individuell oder als Gemeinschaft. Der zweite Teil des Wortes conscientia, das scientia welches mit wiʒʒen übersetzt wurde. Laut Duden kann Wissen mit: „Wissen ist Kenntnis von etwas“ und „Gesamtheit der Kenntnisse, die jemand auf einem bestimmten Gebiet hat“ beschrieben werden. Das Google Wörterbuch1 erklärt das Wort Wissen mit: „1. durch eigene Erfahrung oder Mitteilung von außen Kenntnis von etwas, jemandem haben, sodass zuverlässige Aussagen gemacht werden können, und 2. über jemanden, etwas unterrichtet sein; sich einer Sache in ihrer Bedeutung, Tragweite, Auswirkung bewusst sein“.

Gesellschaftlich wird das Gewissen heute vor allem als eine dynamische Instanz zur Reflektion die uns (unsere Triebe) kontrolliert betrachtet. Also eine Veränderbare Instanz die sich an Regel Konsense halten und Rechtsgehorsam leisten soll. Das Gewissen als Kontrollinstanz, mit der es uns gelingt, eine konstante Persönlichkeit zu sein und zu bleiben. So haben Bodo Pieroth und Bernhard Schlink in ihrem Buch: „Grundrechte. Staatsrecht II“ das Gewissen folgendermassen definiert:

„Das Gewissen ist eine moralische Haltung oder innere Instanz, die die personale Identität eines Menschen mitkonstituiert und ihm subjektiv bindend vorschreibt, in einer bestimmten Situation Handlungen als gut oder gerecht zu tun bzw. als böse oder ungerecht zu lassen”.

  1. Zugänge (Theoretisch)

Status

Der Zustand, die Stellung eines Gewissen kann auch als Gewissens Status bezeichnet und so wahrgenommen werden. Verschiedene Status möchte ich beschreiben.

Handelnd

Arthur Schopenhauer ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer formulierte eine Gewissensbotschaft folgendermassen: „Schade niemandem; sondern hilf allen, so gut du kannst”2 Normalerweise wird ein handelnder Mensch sein Ge-,Wissen nicht wahrnehmen. Es bracht ein Innehalten, eine kurze Pause um zu reflektieren und den Gewissensregungen Raum zu geben. Erst durch das nichthandeln des Menschen kann das Ge-, Wissen zu handeln beginnen.

Nicht Handelnd

Das Ge-,Wissen kann aus verschiedenen Gründen ruhig und still sein. Aus vershciedenen Gründen

Ruhig

Unruhig

Gut

Schlecht

  1. Gut und Ruhig

  2. Gut und unruhig

  3. Schlecht und Ruhig

  4. Schlecht und unruhig

Zeiten

Es war Prof. Rheinhold Mokrosch (evangelischer Theologe und Gewissensforscher) der mich auf das Konzept des Vor-, Nach-, und Mitlaufenden Gewissen aufmerksam machte. Beim recherchieren fand ich spannende Parallel Konzepte die bis in die Zeit der alten Ägypter zurückgehen. Die alten Ägypter hatten ein anderes Zeitverständnis als wir Mitteleuropäer heute, so Jan Assmann in einem Artikel im Buch: „Der "innere Richter" im Einzelnen und in der Kultur. 3» Ich zitiere Ihn: „Die Vergangenheit liegt vor ihm (der Ägypter), die Zukunft hinter ihm, in seinem Rücken. Er schreitet gewissermaßen rückwärts in der Zeit, den Blick auf die Vergangenheit gerichtet. Daher denkt er das moralische Gedächtnis nicht vom Versprechen her, das ihn für die Zukunft bindet, sondern von der Dankbarkeit her, die auf die Vergangenheit gerichtet ist und empfangene Wohltaten sowie eingegangene Verpflichtungen beantwortet.“ Dies kommt zum Beispiel im ägyptischen Text des Mittleren Reiches zum Vorschein. In den Klagen des Bauer steht: »Der Träge hat kein Gestern.« Oder: »Ein guter Charakter kehrt zurück an seine Stelle von gestern, denn es ist befohlen: Handle für den, der handelt, um zu veranlassen, dass er tätig bleibt. Das heißt, ihm danken für das, was er getan hat.«

Ein Ägypter der damaligen Zeit konnte nur handeln, weil andere schon vor ihm gehandelt haben. Wenn der Träge, der sozial inaktive „nicht handelt“ nicht in das vergangene Handeln hineinsteht unterbricht er deshalb die Geschichte, seine „Vergangenheit“ also sein Gestern. Dieses Bewusstsein der Vergangenheit kann mit einem Gemeinschaft Gedächtnis verglichen werden. Die alten Ägypter hatten dazu den Begriff „Maat“, welche die persönliche Identität und die Identität als Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, zu einem Grösseren Ganzen vermittelte (Assmann 1990; Assmann et al. 2006). Maas ist schwierig ins deutsche zu übersetzten, so Wikipedia4 am ehesten mit: GerechtigkeitWeltordnungWahrheit, Staatsführung und Recht. Es geht also um eine Innere und äussere Ordnung. Und genau dies ist auch die Aufgabe des Gewissens Heute.

Wenn ich einen kasuistischen Fall überlege, wie zum Beispiel: „Soll ich die Katze des Nachbarn ärgern“. Dann meldet sich hoffentlich mein vorlaufendes Gewissen mit einem: „Mach dies nicht“, die Vernunft argumentiert danach: „Im Sinne einer freundschaftlichen Beziehung zum Nachbar ist dies nicht empfehlenswert“! Das in der Vergangenheit geprägte Ge-, Wissen meldet sich im Jetzt um die Zukunft mit dem Nachbarn nicht zu betrüben. Dieses Individuelle kann auch, auf ein grösseres Ganzes übertragen werden. Wenn zum Beispiel ein Volleyball spielender Club Vorstand plötzlich Fussball spielen verordnen wollten, würde sich das Nachlaufende Gemeinschaft`s Gewissen und Gedächtnis des Clubs früher oder später wohl aufs Volleyball spielen zurückbesinnen wollen.

In dem oben zitierten Artikel vergleicht Herr Jan Assmann das Vergangenheitsbezogene Bewusstsein, Wissen und Gedächtnis der alten Ägypter mit Nietzsche. Der in dem Gemeinschaft Gedächtnis einen sozialen Sinn sieht, der den handelnden Menschen zum „animal soziale“, einem sozialen Tier macht. Das durch das „Gedächtnis des Willens“ eben dem sozialen Handeln des Menschen am Mitmenschen zum Menschen macht. Dies geschieht so der Philosoph Nietzsche durch Versprechen abgeben des Menschen an seine Mitmenschen sowie Verpflichtung mit Mitmenschen eingehen zu können. Dies ist die Basis der Menschlichen Identität. Nur in und mit diesen Versprechen und Verpflichtungen, kann der zum Mitmenschen erzogene Mensch seiner selbst werden und sich und seiner Gruppe treu bleiben. Diese Gemeinschaftskunst schafft Zugehörigkeit, das vergangene handeln bestimmt die Zukunft des Menschen.

Die alten Ägypter sahen in diesem Gedächtnisraum, der Maas eine fortdauernde ewige Konstante. In der das menschliche Handeln, das hineinstehen in diesen Raum das eigene Leben überdauern kann, also sogar den Tod überwand. Ein Denkmal ist es, das Gute zu tun. «oder »Denn der, der handelt, ist einer, für den gehandelt wird; tut für mich, was ich getan habe. Ein Denkmal ist es, das Gute zu tun: man findet den Ertrag für die Zukunft der Jahre bis in die Länge der Ewigkeit.«5 (Quelle????)

Eine auf Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunftsbezogener Zugang zum Thema Gewissen beschreibt auch Descartes. Bei der Gewissensforschung erachte ich es als Sinnvoll, wenn wir diese drei Zeitformen auseinanderhalten. Die Vergangenheit, und die Zukunft vereinen sich im Ge-, Wissen in der Gegenwart. Die Vergangenen Gewissens Empfindungen werden im Gewissen als „danach“ also als Nachlaufend erlebt. Ist mein Gewissen nach dem erleben der Empfindungen ruhig und Gut? Ist es im „Vorlauf, im vorerleben“ dessen was ich ausführen möchte „schlecht und unruhig?“ Wie ist der Gewissensstatus jetzt im „Mitlaufen“ in der Gegenwart der aktuellen Gewissens Empfindungen? Wissen welches ich mir früher angeeignet habe erlebe ich durch meine Sinne, meinem Empfinden und dessen Deutungen im jetzt und hier - in der Gegenwart. Meistens positiv oder negativ gefiltert und unbewusst als „Mitwisser“.

Mein Gewissen als ein alter Ägypter der auf die Vergangenheit schauend in die Zukunft geht?

Deutungen (Brillen, Schulen, Prägungen)

Zugänge sind ein Weg, per Definition. Mir ist aufgefallen, dass es verschiedene Deutungen und Betrachtungsweisen, oder Wege gibt sich dem Ge-, Wissen zu Nähern. Eine Deutungsmöglichkeit ist ein rationaler, logischer Zugang also ein wissenschaftlicher Weg. Ein Zweiter ist, das transzendente und das Heilige Göttliche einbeziehend, also „glaubend“ und der Dritte Zugang ein auf die Natur und seine Gesetzte achtender Intuitiver, also ganzheitlich Naturalistisch oder eine holistische Betrachtungsweise. Diesen Zugang möchte ich „erkennend“ nennen, der Duden beschreibt die Herkunft des Wortes so: „mittelhochdeutsch erkennen, althochdeutsch irchennan = geistig erfassen, sich erinnern, zu kennen». Das Wort erkennen beinhalt auch „sehen“.

Jeder dieser Zugänge hat ein im eigenes Typisches Vokabular, Sprache oder Kultur. Die zum Teil gleiches oder ähnliches verschieden definieren, betrachten und verschiedene Schlüsse daraus ziehen. Es ist wohl nicht Möglich diese Zugänge, Deutungen, Kulturen und Sprachen zu separieren und nur einem Zugang zu folgen. Der Vater der modernen wissenschaftlichen Methode Sir Francis Bacon schrieb 16066: „…, dass man in dem Buch vom Wort Gottes oder das Buch der Werke (Natur, Fachgebiete) Gottes zu viel studieren oder zu gut kennen könnte.“ Weitere Wissenschaftler forschten in der Bibel (Wort Gottes) und wissenschaftlichen Themen (Werke Gottes). Zum Beispiel: Johannes Kepler (Himmelsmechanik), Blaise Pascal (Hydrostatik), Robert Boyle (Chemie, Gasdynamik), Isaak Newton (Mathematik, Optik, Dynamik), Gregor Mendel (Genetik), Lord Kelvin (Thermodynamik). Heute sind es Wissenschaftler wie William D. Philips (Nobelpreis Physik), Ghillean Prance (Botanik), Francis S. Colin (Genetik)7. Die Auseinandersetzung mit dem Göttlichen resp. das Erkennen und Benennen des transzententen in ihren Fachbereichen motivierte sie in den wissenschaftlichen Teilbereichen hervorragendes zu Leisten.

Das Fachgebiet der Phänologie, wie auch die Phänomenologie beschreibt eine erkennende naturalistische Betrachtungsweise am genauesten. Die Phänologie ist die Lehre der wiederkehrenden Erscheinungen in der Natur. Sie notiert zum Beispiel den genauen Zeitpunkt der Vollblüte des Haselstrauches. Oder definiert den idealen Zeitpunkt des Rosenschnittes zur Blüte der Forsythie. Die Phänomenologie beschreibt Phänomene als Erscheinungen eines unmittelbar Gegebenen so das Wikipedia (am 02.02.2022). Und kann auch als Lehre vom Schein respektive Anschein bezeichnet werden. Der deutsche Philosoph Hegel spricht von einer Phänomenologie des Geistes, diese versteht er als Wissenschaft der Erfahrung welche zuerst unmittelbar Sinnlich und dann als absolutes Wissen in das Bewusstseins tritt.

Griechisch, Römisch, Hebräisch, Persisch

Wissenschaft, Glauben, Verklärt sein, und Gestaltend müssen nicht widersprüchlich sein, oft sehen und glauben einzelne Menschen eine Überzeugung, Methode oder Erkenntnis bevor sie sich in der Gesellschaft durchsetzt oder / und sie wissenschaftlich bestätigt wurde. Bei der Definition der Zugänge liess ich mich vom Charakter der vier Sprachen und Kulturen: „Griechisch, Hebräisch, Lateinisch und Persisch“ beeinflussen. Diese vier Sprach und Kulturzentren, prägen die Art und Weise unseres Handelns und Denken nach wie vor.

Kennen wir den Unterschied zwischen Wissen und Weisheit?

Wissen umfasst alles, was wir durch Lesen, Hören oder Sehen erlangen. Weisheit bedeutet die Fähigkeit, aus dem uns Verfügbaren auszuwählen und es zu unserem Vorteil zu nutzen . Heute spricht die Welt vermehrt von werteorientierter Bildung.25.03.2025

Athen als Heimat, der griechischen Sprache und Kultur, würde ich folgende Berufe zuordnen: Jurist, Richter, Anwalt,

Jerusalem als Heimat, der Hebräischen Sprache und Kultur, würde ich folgende Berufliche Rollen zuteilen:

Rom als Heimat, der lateinischen Sprache und Kultur, würde ich folgende Berufliche Rollen zuteilen:

Persien als Heimat der persischen Sprache und Kultur, würde ich folgende Berufliche Rollen zuordnen: Philosophie, Mathematik, Poesie & Dichter.

Wissend – rational (ordnend, Technisch) juristisch

Der wissend - rationale Zugang betrachtet das Ge-, Wissen als Funktion, als Mechanismus der kategorisier-, Vermess-, und einteilbar ist. Also deren Prozesse mit dem Verstand fassbar, klar und logisch nachvollziehbar sind.

Das Vokabular der „Wissenden“ besteht aus Wörtern wie: rational, logisch, Sachverhalt, Objektiv, Methoden, systematisch, untersuchen, Materie, Berichte, kausal, Kategorien, Messen, Gesetzen, TheorienHypothesen, Zusammenhang, Funktion, Gegenstand, Differenzierung, Prozesse, Überprüfbar, Kriterien, Verfahren, Prüfung, Gültigkeit, usw.

Glaubend – sakral

Glaubend - sakral

Der glaubend -sakrale Zugang bezieht eine transzendente, also eine sich und das grössere und Ganze übersteigende heilige Kraft, Energie oder Person mit ein. Gott ist durch die Werkzeuge der Spiritualität erleb und erfahrbar. Er prägt das Ge-, Wissen mit.

Das Vokabular der Glaubenden besteht aus Wörtern wie: Licht, Schatten, Gut, Böse, Erlösung, Verdammnis, Gnade, Fluch, Liebe, Tod, Leben, Hölle, Himmel, Vergänglichkeit, Unvergänglichkeit. Engel, Dämonen, Heilig unheilig, rein, unrein. Rettung, Heil, Seele, Sünde, Schuld.

Verklärt – holistisch (Erkennend – holistisch)

Verklärt - holistisch

Der verklärt und holistische Zugang betrachtet das Ge-, Wissen als etwas Geheimnisvolles harmonisch Ganzes welches in einem grösseren Zusammenhang zu sehen und erkennen ist. Welches auch von den Naturgesetzten und Naturkräften geprägt wird. Das Erkennen ist ein intuitiver Menschen- und Weltverbindender Vorgang. (Persisch Mathematik)

Das Vokabular der „Verklärten“ besteht aus Wörtern wie: Sein, NichtsWerden, Vergehen, Wirklichkeit, Geist, Natur, Naturgesetz, Seele, Materie, Zeitlichkeit, Ewigkeit, Form, Akt, PotenzWesenSubstanz, Bewusstsein, Wissen, Phänomen, System, Wirkungen, Wechselseitig, Praktischer und theoretischer Intellekt, Körper, Intuition, ‚natürliche Beschaffenheit‘, usw.

Weise – ordnend (gestaltend, Strukturgebend)

Der weise und ordnende Zugang versteht das Ge-, Wissen als ein lernender, sich weiter Entwickelnden Weg. Und bezieht eine künstlerische und gestaltende Komponente mit ein. Dies mit dem Ziel eine Ordnung und eine (innere) Struktur zu finden die Weiten, Welten und Wege eröffnet.

Das Vokabular der „Gestaltender“ besteht aus Wörtern wie: Erzählen, Dichten, Kunst, Poesie, Rhythmus, Struktur, Muster, Visuell, Dimensionen, Ebenen,

Raum für eine Weiterentwicklung in bestimmten Grenzen!

Schnittmenge / Schnittstellen /Schnittfläche / Schnittpunkt

Das Ge-, Wissen als Schnittmenge von verschiedenen Elementen? Wie zum Beispiel die Farbe Grün als Schnittmenge von der Farbe Blau und Gelb gebildet wird, auch wird die Schnittmenge Brot aus Mehl, Wasser, Salz und Hefe gebacken resp. gebildet. Das Bluetooth als Datenübertragung Standard bildet eine Schnittstelle zwischen einem Computer und einem Mobiltelefon. Oder das Büro XY ist die Schnittstelle zwischen Produktion und Forschung in einer Firma. Die Schnittfläche oder Schnittebene der Landesgrenze zwischen der Schweiz und Deutschland wird zum Erdmittelpunkt hin als Fläche gedacht. Oder die Schnittfläche ist die Fläche wo sich ein Würfel und eine Kugel treffen oder schneiden. Der Schnittpunkte des Breiten- und Längengrades ist das Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Frankreich. Auch wird die gemessene Wasserhöhe, also der Pegelstand (mathematisch als Wert definiert) eines Gewässers auf der Messeinrichtung zum Beispiel bei 2 Meter und 15 cm als Schnittpunkt definiert die jährliche Pegelstand Differenz als Wertebereich definiert. Die Zeitliche Messdauer wird mathematisch als Funktion bezeichnet.

So ist das Wissen um sich selbst und des grösseren Ganzen eine eigenständige Einheit welche aus verschiedenen Werten, Normen, Autoritäten, Elementen und Funktionen gebildet wird. So wie die Farbe „Grün“ aus „Blau und Gelb“ gemischt wird, „mischen“ sich im Gewissen verschiedene Faktoren und Funktionen zusammen die nur durch Reflektion und evt. Reflektion`s Hilfen wie einem Seelsorger, Freund oder Psychologen zu erschliessen sind. Anschliessend möchte ich verschiedene Zugänge als Schnittmengen, Schnittstellen, Schnittflächen oder Schnittpunkten definieren, die für eine Gewissenforschung relevant sein können.

Bewusstsein, Unbewusstsein und Transzendenz (Gottesbewusstsein)

Der portugiesische Neurowissenschaftler António R. Damásio definiert Bewusstsein wie folgt: „Bewusstsein ist ein Geisteszustand, in dem man Kenntnis von der eigenen Existenz und der Existenz einer Umgebung hat.“ 8

Im Spektrum.de schrieb der amerikanische Neurowissenschaftler Christof Koch und Heather Berlin folgendes: „Vor über 100 Jahren wollten Psychoanalytiker wie Sigmund Freud und Pierre Janet ein neues Menschenbild erschaffen. Viele ihrer Ideen halten einer modernen wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Doch der Einfluss des Unbewussten auf unser Denken und Verhalten ist nicht mehr zu leugnen – und dank der technischen Entwicklung decken Hirnforscher heute Schritt für Schritt die neurobiologischen Mechanismen dahinter auf. Das wird letztlich zu besseren Behandlungsmöglichkeiten für Menschen führen, die mit unbewussten Konflikten zu kämpfen haben. Und es wird uns dabei helfen, das Bewusstsein als Ganzes besser zu verstehen.“ 9

Wie erwähnt war es Sigmund Freud der die Begriffe „Vorbewusstsein, Unbewusstsein und Bewusstsein“ massgeblich für die Psychologie prägte. Für Freud war das Ge-, Wissen ein Vermittler zwischen dem Ich und Es, dem Überich. Andere Psychologen nahmen Freuds Gedanken auf und vertraten ebenfalls die Unterscheidung zwischen Unbewusstsein und Bewusstsein.

Diesen Dualismus des Bewusstseins und des Unbewussten im Menschen drin würde ich gerne aus christlicher Perspektive mit dem Begriff Transzendenz (Gottesbewusstsein) ergänzen. Dass der Mensch ein transzendentes Wesen ist, oder fähig zu transzendenten Erfahrungen ist, wird von verschiedenem Wissenschaftler vertreten. Der amerikanischen Psychologe Abraham Maslow hat in seiner Pyramide zuoberst den Begriff Transzendenz eingefügt. Raphael Maria Bonelli ein österreichischer Neurowissenschaftler, Psychiater und Psychotherapeut ergänzt als Freudianer seine eigene Lehre mit Selbst Transzendenz. So schreibt er im: „Gedanken für den Tag“ im österreichischen Fernsehsender ORF über Selbsttranszendenz: "Mehr als Ich". Die Selbsttranszendenz ist eine ganz neue Entdeckung in der Psychologie. Dieses Wort kommt aus dem Lateinischen "transcendere" und das heißt eben "übersteigen". In der Philosophie kennen wir die Transzendentalien: das Gute, das Wahre, das Schöne. Das ist eben etwas, was noch gut, wahr und schön bleibt, selbst wenn es mich selbst nicht mehr gibt.

Der Begriff Selbsttranszendenz kommt eigentlich von Viktor Frankl, der Selbsttranszendenz definiert hat als den "grundlegenden anthropologischen Tatbestand, dass Menschsein immer über sich selbst hinaus auf etwas verweist, das nicht wieder es selber ist, auf etwas oder auf jemanden, auf einen Sinn. Und nur in dem Maß, in dem der Mensch solcherart sich selbst transzendiert, verwirklicht er auch sich selbst im Dienst an einer Sache. Ganz er selbst wird er, wo er sich selbst übersieht und vergisst."

Viktor Frankl sagt hier ganz deutlich Dinge, die die damalige Mainstream-Psychologie eigentlich gegen den Strich kämmen und zwar: Er spricht vom Dienst. Der selbsttranszendierende Mensch, der eben vom Boden aufblickt auf höhere Sphären, ist eben fähig, sich der großen Sache anzuvertrauen, indem er ihr dient. Dieses wunderschöne Wort, dass der Dienst, das Anerkennen von etwas Größerem und sich in den Dienst stellen, für die psychische Gesundheit ganz, ganz wichtig ist.

Das Gegenteil davon ist Selbstimmanenz, die Gefangenschaft in sich selbst, das Nicht-Weiterkommen, das Sich-Einschotten und das Nicht-mehr-Erkennen des Gegenübers und des Höheren.10

René Scheu, Philosoph und Geschäftsführer des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) schreibt in einer Kolumne einer Tageszeitung11: „Gott ist der grosse Buhmann. Und all jene, die trotzdem an ihn glauben, gelten in wohlwissenden Kreisen als Hinterwäldler. Den armen Seelen soll es an kühlem Verstand fehlen. Sie klammern sich verzweifelt an eine Illusion, um Halt im Leben zu finden. Ohne die Gotteseinbildung würden sie zugrunde gehen.

Falsch! Denn schauen wir nach draussen oder auf einen Bildschirm, stossen wir auf eine grosse Durcheinanderwelt. Das Chaos wächst täglich. Wie passt das zur göttlichen Ordnung? Wer in seinem Leben trotzdem unerschrocken an einen allgütigen und allmächtigen Schöpfer glaubt, muss krasse intellektuelle Kapriolen vollbringen. Ein Leben mit Gott in der Durcheinanderwelt ist mehr als anstrengend – das Gegenteil von Halt.

Aber vor allem: Wer trotz allem an Gott glaubt, bleibt demütig. Er versteht das grosse Ganze nicht, und er gesteht sich dies cool ein. Er verabschiedet sich von billigen Menschenrettungsfantasien und Machbarkeitsglaubenssätzen. Denn er vertraut darauf, dass er – in alter Terminologie – erlöst ist, also von allem Schlechten befreit wird und das ewige Leben hat. Auch hier ist der Gläubige im Kern Realist: Der Mensch, dieses merkwürdige Geschöpf, kann sich selbst nicht erlösen, dafür braucht es ein höheres Wesen.“

Gewissen als Schnittstelle zwischen: unbewusster Existenz, bewusster Existenz und Gottesbewusstsein? Ja ich denke schon! Viele Vergleiche, oder visualisierte Bilder des Ge-, Wissen zeugen davon. Das Bild des Ge-, Wissens als Kompasses macht nur Sinn, wenn wir auf einer Reise, oder Wanderung sind, oder wenn wir unsere Position bestimmen möchten. Ängste, Orientierungslosigkeit melden sich, dies sind Regungen aus dem unbewussten. Mit dem Bewusstwerden des Problems entgegnen wir mit einer bewussten Handlung nämlich in dem wir einen Kompass zu Hilfe nehmen um Orientierung zu gewinnen. Menschen mit einem ausgeprägten Gottesbewusstsein wissen sich in diesen Prozessen in diesem Gottesbewusstsein geborgen.

Ebenfalls das weit verbreitete Bild des Gerichtes als Ge-, Wissens Funktion. Ein Richter der den Urteilsspruch fällt, fällt diesen ja aufgrund einer bewussten oder unbewussten Handlung des Angeklagten. Eine Handlung aber nicht unbedingt bewusst als Übertretung des Gesetzten ausgeführt hat. So dient der Richtspruch und die Strafe als Belehrung und Charakterschulung, wie auch als Wiedereingliederung in die Gesellschaftlichen Normen, Werten und Autoritätsverständnisses. Oder als Freispruch. Das Schweizer Gesetz zu mindestens akzeptiert als höchste Autorität den Gott als Almmächtigen über sich und der Gesellschaft. Unter diesem Gottesbewusstsein wird ein Richtspruch gefällt.

Diese Prozesse finden auch in individuell in einem Gewissen statt. Schuldspruch oder Freispruch sind Gewissens Emotionen die wir alle kennen. Die Gesetzte, als Grundlage des Richtspruches des Gewissens sind aber meistens für uns unbewusst abgespeichert. Sowie das Bild unseres Gottes oder dessen Ersatzes. Ähnlich wie bei der Orientierungslosigkeit können wir diese Gesetzte, und das Gottesbild aktiv und bewusst schulen.

Denken, Fühlen und Wollen (Handeln)

Eine schöne psychologische Definition12 von Herrn Johannes Stüttgen von „Gewissen“ ist, dass das Gewissen die „Schnittmenge von Denken-Fühlen- Wollen und / oder Handeln“ ist. Mir gefällt dies, weil so alle Bereiche die ins Fachgebiet der Psychologie fallen angesprochen werden. Die Gewissensregungen, Emotionen werden als Mischung von Denken und Fühlen meistens nach einer Handlung wahrgenommen. Dies weil wir die erlebten Gewissensabläufe in unserem unbewussten abgespeichert haben. Nach dem Ge-, Wissens Entschluss und Entscheid drängt uns unser Ge-, Wissen wenn nötig in eine Handlung. Z.B. eine negative und belastende Beziehung zu klären, oder eine Wiedergutmachung zu leisten. Der Dreiklang der Schnittmenge Denken, Fühlen Wollen und Handeln veranlasst uns aktiv zu werden, und aus einer Opferhaltung rauszukommen. Das Gewissen reagiert ja vielmals auf eine Handlung die nicht kohärent mit den Werten und Überzeugungen des Menschen ist.

Herz, Kopf und Bauch

Das Herz als Organ liegt im Menschlichen Körper in der Mitte zwischen Kopf und Bauch. Das Herz steht für dem Mitmenschen zugewandte Entscheide, der Kopf steht für rationales Denken und logische Argumentation, der „Bauch“ für triebgesteuerte, spontane Ich entscheide. Wenn das Bauchdenken und die Bauchentscheide im Herz auf das logische vielleicht manchmal abstrakte Denken treffen und mit einer Herzenswärme und dem Mitmenschen zugewandten Eigenschaften treffen, erhalten Sie auch eine Struktur und Ordnung. Das Herz, resp. Teile davon eben das Ge-, Wissen ist der Schnittpunkt zwischen dem Intuitiven und dem rationellen und logischen wo wir die Werte, Normen und Autoritäten bewerten, hierarchisieren und emotionalisieren, also mit Gefühlen (positiven wie negativen) versehen werden. Das Herz ist also auch der Ort wo eine Ordnung erstellt wird, und der Mensch zum Handeln aufgefordert wird..

Körper, Seele und Geist

In diesem klassischen, wohl auch etwas veralteten Bild der Anthropologie wird das Ge-, Wissen, der Mitwisser wohl im Geist wie auch in der Seele verortet. Der Geist wird psychologisch mit „psyche“ gleichgesetzt und Seele Theologisch verstanden als unsterblicher Teil des Menschen. Einige theologische Richtungen interpretieren den im Alten Testament (hebräisch) erwähnten Begriff „Nefesch“ als Seele. Dem Körper von Adam dem Menschen (1.Mose 2,7) hauchte Gott „Atem des Lebens“ ein und so wurde Adam eine lebendige Seele. Interessant an dieser Bibelstelle ist, dass der Mensch eine Seele wurde, die Nefesch also nicht ein Teil des Menschen ist, sondern gemeint ist der Mensch als Ganzes. Andere sehen im Begriff Nefesch einfach die Lebensenergie, der Lebenswillen eines Menschen. Der Körper ist der materielle und vergängliche Teil des Menschen in dieser Betrachtungsweise. Einige Richtungen sehen den Geist ebenfalls als vergänglich an.

Mir gefällt die Unteilbarkeit des Menschen in diesem Bild. So verstanden ist das Gewissen aus allen drei Teilen, also Körper, Seele und Geist zusammengesetzt. Das Wissen um sich selber findet im Geist statt. Die Energie die Kraft und Stärke, die Heftigkeit und Deutlichkeit zum Guten, kann dem Seelischen verortet werden. Der Körper als Heimat als Resonanzkörper der Gedanken und Gefühle, der Gewissensregungen, der Erinnerungen, als Hormone und Synoptische Verbindungen im Gehirn und Nervensystem.

  1. Fakultäten (Theoretisch)

Eine Universität ist per lateinischer Definition ein Ort der „Gemeinschaft von Lehrer und Lernenden“ oder im humboldtschen Sinne eine „Gesamtheit der Wissenschaft“, so Wikipedia (11.09.2021). Leitung, Verwaltung und Einrichtungen wie Professoren, Doktoranten Studenten bilden eine Einheit eine Gesamtheit, mit der Aula als Ort der Versammlung. Ihr Sinn und Zweck ist die Pflege und Entwicklung von den Wissenschaften durch Forschung, Lehre und Studium und Berufsqualifikationen. Aus den sieben freien Künsten Grammatik, Rhetorik, Dialektik (bzw. Logik als Werkzeug der Wissenschaften) Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie entstanden erste Fakultäten wie: TheologieJurisprudenz und Medizin, später folgten unzählige mehr.

Das Gewissen als eigenständigen Ort der „Zusammenkunft der Gesamtheit (Professoren, Doktoranten, Verwaltung und Leitung) im Menschen drin um „umfassendes Wissen“ zu erforschen und zu schaffen. Ergänzt durch Wissens Vermittlung und Studium von Quellen ausserhalb des Menschen. Im universitären Sinne kann Gewissenforschung als: „Das erforschen und das Wissen schaffen über die Ge-, Wissens Anlage und Abläufe im tiefen Inneren eines Menschen und deren Verhältnis zum grösseren Ganzen wie zum göttlichem“ Verstanden werden.

Die folgenden Ausführungen sind verschiedene Ansichten und Einsichten verschiedener wissenschaftlichen Fachrichtungen Ge-Wissen. Ohne eine komplette Bibliothek zum Thema anzubieten oder die Ansätze zu werten. Auch sind es nur Wissens Fragmente ihrer Lehrer und ihrer Geisteshaltungen.

Historisch

Die historische Wissenschaft beschäftigt sich mit dem erforschen der Geschichte. Das deutsche Wort leitet sich vom lateinischen historicus < griechisch historikós ab. Mir geht es in der Geschichte des Gewissens nicht um exakte wissenschaftliche Korrektheit des Begriffes Gewissen bei der ich richtigerweise zwischen „conscientia“, «syneídēsis», „Syndéresis“, aber auch „cogitatio“, „conclusio“, „Syllogismus», und „elenchos“ und anderen Begriffen unterscheiden müsste sondern um die historische Deutung der Begriffe. Deshalb gebe ich die Begriffe als Ge-, Wissen wieder.

Sokrates (469-399 v. Chr.) erwähnte eine innere Stimme, etwas Göttliches, die dem Menschen von Jugend an innewohnt und ihn von Schlechtem abhält, er nannte dies Dä­mo­ni­um. Sokrates Zeitgenosse Demokrit von Abdera (460 – 370 v.Chr.) erwähnte das die Menschen in ihrem Bewusstsein über ihren schlechten Lebenswandel „beunruhigt, beängstigt und bedrückt“ sind. Platon (ca. 427 - 348 v. Chr.) war ein antiker griechischer Philosoph und Schüler Sokrates. Die beiden entwickelten eine Forschung`s Methode, eine Literaturgattung des Dialogs und Debatte auf Basis von „prüfen und wiederlegen“ welche sie auf das Wort Elenchos (griechisch für Überführen) zurückführten.

Der römische Politiker, Konsul, Schriftsteller Marcus Tullius Cicero (ca. 106 - 43 v. Chr.) machte in seinem De officiis einen Zusammenhang zwischen dem Mitwissen Gottes und dem ’Gewissen‘: Wenn einer Meineid begehe, dann solle er wissen, dass Gott sein Zeuge ist, und das bedeute seiner Auffassung nach, dass es sein eigener Geist, der höchste Teil, den ihm Gott verliehen habe, bezeuge“. Cicero interpretiere die Verlegenheit des Angeklagten gerne als Schuldeingeständnis und sage dann: Sein Gewissen bezeuge die Schuld. Die von Cicero erwähnten Rachegeister und Furien könnten eine Verkörperung des schlechten Gewissen gedeutet werden. Die den Peiniger einer Bösen Tat verfolgen und ihn zu weiteren Taten antreiben. Titus Livius (59 v. Chr.- 17 n. Chr.) war ein römischer Geschichtsschreiber, der das Gewissen als Schuldbewusstsein gebrauchte wie aber auch als „Wissen der Öffentlichkeit“.

Der Stoiker Epiktet (ca. 50 -138 n. Chr.) nennt das Ge-, Wissen „den höchsten Führer“ in sittlichen Entscheidungen. Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.) wird mit: „Es wohnt in uns ein Heiliger Geist, ein Beobachter und Wächter alles dessen, was sich in uns von Schlechtem und Gutem findet. Dieser verfährt mit uns ebenso wie wir mit ihm“. Oder: ” Was nutzt es, keinen Zeugen (vor Gericht) zu haben, wenn du doch ein Gewissen hast?13

Innerhalb von Philon (Philo) von Alexandrien (ca. 20 v. Chr. - 50 n. Chr.) Theologie ist der Ge-, Wissen Begriff in Form von Mitwissen zentral. Vom Schöpfergott ist das Ge-, Wissen als Ankläger, Richter Beweisführer für das Böse und Gute in den Menschen hineingelegt. Keine Täuschung, nichts Geheimes ist vor ihm verborgen. Öfters erwähnt Philo den aufdeckenden Gebrauch (usus elenchticus) des Ge-, Wissens. “ an. Sein Ge-, Wissenskonzept erfüllt eine geistlich-pädagogische Funktion: "Darum sollen wir, wenn wir vom Bewusstsein unserer Taten überführt sind, Gott bitten, uns eher zu strafen als preiszugeben. Denn wenn er uns preisgibt, macht er uns nicht mehr zu seinen eigenen, des Gnädigen, sondern zu Knechten der unbarmherzigen Welt. Wenn er uns aber straft, so wird er uns, da er ja gütig ist, nachsichtig und milde die Sünden wieder gutmachen, indem er den zurechtweisenden Elenchus, seinen eigenen - Logos, in unsere Seele sendet, durch welchen er sie, nachdem er sie wegen ihrer Sünden geschmäht und getadelt hat, heilen wird.“14 

Obwohl Paulus von Tarsus (ca.10 – 60 n Chr.) Jude war und blieb war er einer der ersten und prägendsten Gelehrten des Urchristentums. Als Theologe legte er ein Fundament der christlichen Lehre, auch des Ge-, Wissensbegriff im Neuen Testament der Bibel. Er verwendete kasuistische Elemente zum Beispiel im 1. Korinther Brief im Kapitel 8 wo er am Beispiel des Götzenopferfleisches das Thema Ge-, Wissen vertiefte. Paulus bedient sich Zeitgeistlichen Elemente welche er aber Christuszentrisch verwendet. So zum Beispiel in dem Brief an die Römer (2.14f), wo er auf das Naturgesetz im Menschen Bezug nimmt. Welches damals schon als ein „Vermögen praktischer Prinzipien“ oder als Gewohnheitsrecht verstanden wurde, so Boris Henning in seiner „Zusammenfassung zur Dissertation: Was bedeutet ’conscientia‘ bei Descartes?» (Kapitel 3 ab Seite 119) Am Anfang des zweiten Korintherbriefes (Kp.1.V.12) argumentiert Paulus mit dem Gemeinschaftsgewissen, oder im damaligen Sprachgebrauch15 „das Öffentliche Gewissen“ resp. „Öffentliche Meinung“ welches ihn verteidige. Etwas später (2. Kor. 4.2) beruft sich Paulus auf das Gewissen, als Zeugen bei dem Zuhörer. Paulus Begriffswahl und Argumentation prägt die Gewissensforschung bis heute. Wenn wir das ungute und unruhige Gewissen als „schlechtes Gewissen“ definieren kann dies von Paulus und seiner Zeit hergeleitet werden. Was allerdings nicht bedeutet, dass Paulus den Begriff „schlechtes Gewissen“ gleich deutete wie wir heute.

Lucius Cassius Dio war ein römischer Geschichtsschreiber (Senator, Konsul) der 163 in Nikaia in Bithynien geboren wurde. Er schrieb von einem Genius (Juno ist das weibliche Pendant) der jedem Mann bei Geburt innewohnte und seine Persönlichkeit und Fähigkeit der Zeugung von Nachkommen verlieh. Es war eine Art inneres Wirkungsprinzip welches dargestellt, vergöttert und am 9. Oktober geopfert wurde. Auch Gemeinschaften, Einrichtungen und Orte besassen einen Genius – ein Wirkungsprinzip in den Vorstellungen der Römer.

Antonius der Große (251 - 356 n. Chr.) wird auch Mönchvater genannt mahnte sein Brüder schriftlich ihre Handlungen und Regungen der Seele zu beobachten und so niederzuschreiben als sollten sie sie seinem Nächsten offenbaren16.

Phoebadius aus Agen, (328 – 392 n. Chr.) war ein katholischer Bischof, wie sein Amts-, und Zeitgefährte Hilarius von Poitiers (um 315 - 367 n. Chr.) schreibt er vom publica conscientia, dem öffentlichen Gewissen also dem Wissen mit Vielen (Menschen). Phoebadius in seinem Pamphlet, Hilarius in der De Trinitate. Dieses Licht der Öffentlichkeit, diese Öffentliche Meinung17.

Augustinus von Hippo (354 - 430 n. Chr.) Die erste theologische Interpretation des Zusammenhangs zwischen Ge-, Wissen und sittlicher Wahrheit findet sich bei Augustinus. Er führt das biblische Verständnis des Ge-, Wissens mit seiner in der Begegnung mit der griechischen Philosophie gewonnenen Überzeugung zusammen, dass dem menschlichen Geist eine tiefe Sehnsucht nach Wahrheitserkenntnis innewohnt, die erst in der Begegnung mit Gott zur Ruhe kommt. Das Ge-, Wissen als Stimme Gottes. Er kennt das Ge-, Wissen in seiner Funktion als mahnende und warnende Instanz der Handlungsanleitung, wobei diese zweite Funktion der ersten nicht bloß zur Seite gestellt, sondern in einem inneren Zusammenhang aus ihr entfaltet wird. Wer in sein Ge-, Wissen hinabschaut, sieht dort Gott. Sie ist der „Sitz Gottes" im Menschen, der Platz in seiner Seele, an dem Gott selber Wohnung nimmt und den Vorsitz führt, von dem aus er ihr befiehlt, sie mahnt und selbst dann noch als warnender Rufer zur Umkehr und Treue in ihr bleibt, wenn sich der Mensch von seiner Liebe abgewandt hat. Bei Augustinus hat das Ge-, Wissen Prozesscharakter – nicht nur als eine Vergegenwärtigung des Lebens als Ganzes, in dem der Mensch sich selbst erkennt und beurteilt. Augustinus sah das Gewissen als innersten Begegnungsort von Gott und Mensch.

Dorotheus von Gaza (ca. 510 - ca. 580 n.Chr) Mönch, Abt. Empfahl eine Gewissenserforschung im Abstand von sechs Stunden18.

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 Ein gutes Gewissen suchenicht allein sein eigenes Heil und Wohl, sondern

 

immer auch das des Nächs-ten, schrieb Petrus Cellensis (~ 1115–1183) und bemerkte weiter: »Im eigenenGewissen wird das des Nächsten mit augebaut.«

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 Ein solches ›Ge-wissen‹ imeigentlichen Sinne des Mit-wissens bezog sich auch au andere, wie Bernhard von Clairvaux betonte.

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 Verantwortung ür den Nächsten heißt Mitwissen de

Wenn wir nicht gegen unser Gewissen handeln, schreibt Petrus Abaelardus (ca. 1079 - 1142, Theologe, Philosoph) in der Ethica, könne uns keine Schuld zugeschrieben werden. Der französische Abt, Bischof und Schriftsteller Petrus Cellensis (ca. 1115 - 1183) nennt das Ge-, Wissen das „Wissen des Herzes“ und als ein Spiegel in dem das innere und äussere des Menschen sichtbar wird. Wenn dieser Spiegel nicht vorhanden ist erkennt sich der Mensch nicht mehr. Sein Zeitgenosse Hugo von St. Viktor (ca. 1097 - 1141) beschreibt das Ge-, Wissen als Urstand des Menschen mit freiem Wahlvermögen. Eine erste systematische theologische Ge-, Wissenslehre schrieb Petrus Lombardus (ca. 1095 - 1160). Er schrieb von einem Funken der höheren Vernunft, wieso der sündhafte Mensch das gute tun will, und bettete seine Theologie moralpsychologisch in die Schöpfungslehre ein.

Albertus Magnus ( ca.1200 - 1280) war Universalgelehrter, Dominikaner und Bischof von Regensburg. Albertus beschreibt in seiner „De homine“19 das Ge-, Wissen als etwas was durch die Natur und von Natur aus im Menschen innewohnt und trotzdem von Gott in den Menschen eingedrückt wird. Als eine „spezielle Kraft“ (Handwerker) eine Potenz der menschlichen Seele mit einem kreatürlichen Habitus, die wie ein Soldat mit seinem stürzenden Pferd fallen kann, wenn sie nicht gezügelt wird. Das Ge-, Wissen sei frei von jedem Irrtum im Erkennen und mit unfehlbarer Sicherheit im Urteil über Gut und Böse und strebt immer nach dem Guten. Von Ihm stammt der Satz; „Jedes Wissen wird notwendig vom Bewusstsein begleitet“. In Paris (zwischen 1243 – 1245) wurde Thomas von Aquin sein Schüler.

Nach dem Philosophen und Theologen Thomas von Aquin (1226-1274) kann das Ge-, Wissen (synteresis) niemals irren und stimmt immer mit dem göttlichen Naturgesetz überein; es will immer das Gute und verurteilt das Böse. Mit dieser Anlage ist jeder Mensch natürlicherweise ausgestattet. Die Vernunft verarbeite dann die Grundsätze des Ge-, Wissens zu logischen und richtigen Schlüssen; der Wille unterwerfe sich dann meistens den Schlüssen der Vernunft, manchmal aber auch nicht. Jetzt erst trete das handelnde Ge-, Wissen (conscientia) in Aktion in dreifacher Anwendung: es bezeugt, was getan oder nicht getan wurde; es entschuldigt oder klagt an; es warnt oder ermuntert. definiert, das Ge-, Wissen als Vollzug eines Urteils über den moralischen Wert einer Handlung. Thomas von Aquin erkennt im Ge-, Wissen zwei Aspekte, eine Ge-, Wissensanlage (synderesis) und den konkreten Ge-, Wissensakt (conscientia), in dem von außen herangeführte Normen und Erfahrungen auf Grund der Ge-, Wissen Anlage zu einem Urteil verschmelzen. Das Urteil des Ge-, Wissens ist für Thomas von Aquin die letzte Instanz, nach der sich der Mensch zu richten hat, auch wenn er damit der offiziellen Kirche widerspricht. Das Ge-, Wissen vollzieht die Gründe und Überlegungen nach, die zu dieser Handlung geführt haben, ist aber nicht wie das Streben nach Vermögen dem Einfluss durch Emotionen und Affekte ausgesetzt. Deshalb kann es zu einem Missverhältnis zwischen Handlungswahl und Ge-, Wissensurteil kommen“. So sagt er: »Jegliches Wollen, das von der Vernunft abweicht, mag diese nun recht sein oder irren, ist immer schlecht«20

Antoninus von Florenz (1389 - 1459), war ein dominikanischer Theologe und Erzbischof von Florenz. Mit seinem ersten schriftlichen Werk „Omnis mortalium cura» (1429), dem «Gewissensspiegel» (Specchio di coscienza) gilt er als Vorbereiter der Gewissens Kasuistik, (Vermittlung am Einzelfall zwischen Normen der Kirche, Tugenden und selbstbestimmtes Handeln) und machte Schule über Jahrhunderte. Er richtet sich damit an die Beichtenden und Priester, er gibt ihnen ein Leitfaden um Sünden wahrzunehmen, sie in ihrem Schweregrad genau zu unterscheiden. Als leitendes Bild gilt das Gleichnis von Jesus von dem Unkraut im Weizen21. Er achte dies nicht als technische abstrakte Anleitung, sondern ein Weg zum Finden der Glückseligkeit22.

Martin Luther (1483 -1546 deutscher Augustinermönch, Theologieprofessor, Reformator )

Huldrych Zwingli (1484 - 1531 Schweizer Theologe und Reformator.

Johannes Calvin (1509 - 1564 Theologe und Reformator

Laut Francisco Suárez (1548-1617) ein spanischer Jesuit, Theologe und Philosoph gilt es das Gewissen in Vergangenheits-, gegenwarts- und zukunftsbezogen zu unterteilen. Wenn das Gewissen vom Vergangenem handle, „erinnert und Beurteilt es vergangene Taten“. In dem Sinne könne es auch gereinigt werden. Sinnvoller Weise kann Gegenwartsbezogen ein Gewissen nur im Einklang oder Widerspruch mit sich selber betrachtet werden, stellt also eine Handlung begleitetes Werturteil dar, welches sich manchmal als Gewissensbiss manifestiert. Die dritte zukunftsbezogene Beurteilung so Suarez ist ein leitendes und befehlendes Gewissen welches den Gewissensträger zu einer (zukünftigen) Handlung führt. Die Grundform ist aber die Gegenwart, aus diesem Erinnern und Wissen wird die Vergangenheit wie auch die Zukunft bewertet und beurteilt. Nach William Perkins (1558 - 1602) puritanischer Theologe ist das Gewissen ein reflektierender Akt des Denkens welches als „Wiederkäuen“ und verdoppeln bezeichnet werden kann. Wenn bei René Descartes23 (1596 -1650 französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler) ein Mensch etwas „Bewusst“ macht, macht er so seine Bewertung zugänglich, auch für andere. Das heisst er anerkennt und teilt seine Tätigkeit. Ge-, Wissen, im Sinne von Decartes ist von mehreren geteilten Mitwissen. Diese Kompetenz ermöglicht es nach internen selbst anerkannten Masstäben zu leben, dies bezeichnet Descartes als Freiheit.

Christian Thomasius (1655 - 1728, deutscher Jurist und Philosoph).

Christian Wolff (1679 - 1754, deutscher Universalgelehrter, Jurist, Mathematiker und Philosoph)

Immanuel Kant (1724-1804): Das Gewissen ist das Bewusstsein vom inneren Gerichtshof im Menschen. Karl Marx (1818-1883): Das Gewissen ist das Ergebnis der historischen Entwicklung. "Ein Republikaner hat ein anderes Gewissen als ein Royalist, ein Besitzender ein anderes Gewissen als ein Besitzloser, ein Denkender ein anderes als ein Gedankenloser". - Friedrich Nietzsche (1844-1900) "Das Gewissen ist die tiefste Erkrankung des Menschen, deshalb weg mit dem Wahn von Schuld und Gewissen." - Adolf Hitler (1889-1945) "Ich befreie den Menschen von der schmutzigen und erniedrigenden Selbstpeinigung einer Gewissen und Moral genannten Chimäre (=Ungeheuer). An die Stelle des Dogmas von dem stellvertretenden Leiden und Sterben des göttlichen Erlösers tritt das stellvertretende Leben und Handeln des neuen Führergesetzgebers, der die Hasse der Gläubigen von der Last der freien Entscheidung entbindet."

Für Arthur Schopenhauer (1788-1860) waren die Vernunft- und Gewissensautonomie im Strudel der französischen Revolution untergegangen. Er hielt – ähnlich wie Luther – nicht die edle Vernunft, sondern dunkle Triebe und Begehrlichkeiten für den Quell des Gewissens. Spöttisch schrieb er: „Mancher würde sich wundern, wenn er sähe, woraus sein Gewissen, das ihm ganz stattlich vorkommt, eigentlich zusammengesetzt sei: aus 1/5 Menschenfurcht, 1/5 Deisidämonie, 1/5 Vorurteil, 1/5 Eitelkeit und 1/5 Gewohnheit“ (Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1841, § 13). Das Gewissen war für ihn also keine angeborene Instanz und keine Befähigung zum Guten, sondern Ausdruck der Triebstruktur eines Menschen.

Für Friedrich Nietzsche (1844-1900), den Schüler Schopenhauers, war das Gewissen eine „Krankheit“ und „heilige Lüge“. „Der Mensch, der […] eingezwängt in seine drückende Enge und Regelmäßigkeit der Sitte, ungeduldig sich selbst zerriss […] dieser Narr, dieser sehnsüchtige und verzweifelte Gefangene wurde der Erfinder des Gewissens, d.h. des schlechten Gewissens“ (Nietzsche, 1953, 319). Gewissen und Gewissenhaftigkeit seien verzweifelte Versuche, dem Leben einen Sinn zu verleihen. Der Mensch mache sich damit unfrei statt frei.

Seit dem 19. Jh ist eine neue Grundlegung und Erforschung des Gewissens geschehen, vor allem mit dem Aufkommen der Psychologie. Wichtige Theorien vom Gewissen stammen z.B. von S. Freud, E. Fromm, C. G. Jung, Kohlberg.

Künste

Poesie, Malen, Gestalten, Gedichte

Theologisch

Die Theologie ist die Lehre von Gott und die Lehren von dem Glauben und seinen Glaubensdokumenten24. Die Wissenschaft der Theologie reflektiert, vergleicht und deutet die Schriften und Erfahrungen der Menschen die sie mit Gott, und Gott mit ihnen machen und setzen diese in ein grösseren Ganzes. Theologie kann auch als Kompass dienen um die „innere Wahrheit“ und das Ge-,Wissen zu schulen und zu reflektieren.

Der Gewissensbegriff in der Bibel

Das hebräische Wort für Gewissen ist ìáá (lew). Es wird im Alten Testament gewöhnlich mit «Herz» übersetzt. Das Gewissen sitzt so sehr im Kern der menschlichen Seele, dass man im biblischen Hebräischen keinen Unterschied zwischen dem Gewissen und dem inneren Menschen macht. Als Mose über den Pharao sagte: „... da verstockte er sein Herz“ (2. Mose 8,15), meinte er damit, dass der Pharao sein Gewissen gegen Gottes Willen „gestählt“ hatte. Wenn die Bibel von einem weich gewordenen Herzen spricht (2. Chronik 34,27), meint sie damit ein empfindsames Gewissen. Die «von Herzen Aufrichtigen» in Psalm 7,11 sind Menschen mit einem reinen Gewissen. Und als David in Psalm 51,12 betete: „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz“, wünscht er sich die Reinigung seines Lebens und Gewissens.

Das griechische Wort für «Gewissen» – συνείδηση (syneidçsis) – kommt mehr als dreissig Mal im Neuen Testament vor. Wörtlich bedeutet es «Wissen oder Bewusstsein zusammen mit...». Gewissen ist gemeinsames Wissen mit sich selbst. Paulus sah im Gewissen die zentrale Instanz, an die sich das Reden Gottes zu uns wendet. Paulus warnte vor allem, was das Gewissen verunreinigt oder befleckt (1. Korinther 8,7; Titus 1,15). Er schrieb auch über die Gefahren eines verhärteten Gewissens (1. Korinther 8,11), eines verletzten Gewissens (Vers 12) und eines gebrandmarkten Gewissens. Das Gewissen bleibt ein unbestechlicher Zeuge (Römer 2,15f). Der Apostel Paulus sprach von der Wichtigkeit eines reinen Gewissens (1. Timotheus 3,9) und hat ein schwaches Gewissen mit Nachdruck geschützt (1. Korinther. 8,7-13; 10,27-30). Das Gewissen bleibt ein unbestechlicher Zeuge (Römer 2,15f). Darüber hinaus gesteht Paulus dass es zu unterschiedlichen Bewertungen bei Fragen kommen kann. Dann sollte man sich nicht im Verhalten an andere anpassen, sondern dem eigenen Gewissen folgen (Röm 14; 1.Kor 8 + 10). Das wichtige Doppelgebot der Liebe zu Gott und zum Nächsten wird unterstrichen durch die Aussage in 1.Tim 1,5–6: „Das Endziel der Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungeheucheltem Glauben. Dieses Ziel haben einige aus den Augen verloren und haben sich nutzlosem Geschwätz zugewandt.“

Der Begriff Gewissen und dessen Deutung bei einigen Theologischen Schulen und ihrer Richtungen. Hier eine kleine Auswahl:

Freikirchlich

Die Freikirchliche Bewegung als Ganzes ist heterogen und divers und kann nicht kategorisiert werden. Es entstehen laufend neue Kirchen und Bewegungen die aus verschiedenen Traditionen Lehrelemente zusammenfügen. Die Haupt Traditionen sind täuferisch, pietistisch, puritanischen, methodistischen, pfingstlerischen Ursprungs. Dort wo die Kraft der Erneuerung fehlt verschwinden einzelne Gruppen, Gemeinden und Kirchen wieder. Es existieren eine unüberschaubare Anzahl Kirchen, Gemeinden und Gruppierungen die in Verbänden, Stiftungen, Vereinen und anderen Organisationsformen organisiert sind. Ein Merkmal der Freikirchen ist, dass sie sich als Laienbewegung (Volksfrömmigkeit) definieren, nicht staatlich unterstützt werden und nicht staatlich anerkannt sind, zum Teil führen einzelne Denominationen eigene Ausbildungsstätte. Sie gelten als Freiwilligkeitskirchen die Zugehörigkeit erfolgt freiwillig.  

Die Wurzeln der Freikirchen liegen im 12 Jahrhundert bei dem Waldenser in Frankreich und Italien die sich von dem katholischen Glauben und Kirche distanzierten. Im Anfang des 16 Jahrhundert radikalisierten sich eine Abspaltung der entstehenden reformierten Kirche, die (Wieder-,) Täufer in der Schweiz. Neuere Bewegungen wie die charismatische Erneuerungsbewegung verbindet das katholische mit dem reformierten Freikirchlichen.

Hie und da gibt es Menschen und Organisationen die eine gemeinsame Ausrichtung vieler Freikirchen schaffen die eine Gemeinsame Sprache und Kultur ermöglichen. Billy Graham, Lausanner Erklärung, Missionskongresse, Allianzen, Campus für Christus, Explo sind Menschen, Gefässe und initiativen die dies erfolgreich versuchten und versuchen.

Ihre Organisation Prinzipien richten sich an dem „Allgemeines Priestertum“ aus. (Macht verteilen, Gleichwertige Beteiligung und Mitarbeit der Mitglieder an Ämter, Gleichwertiger Zugang und Interpretation der Bibel und Glaubens Dokumente für alle Mitlieder, Freiheit, Verantwortung und Mündigkeit der Mitglieder), Personale Gottesbilder, soziales Engagement, Gemeinsames verbindliches Leben, Bekenntnis zum Glauben und Lebensstil. Die Stärke der Freikirchen ist, dass die Freikirchen als Ganzes es verstehen die verschiedenen Ge-, Wissens Zugänge (wissend – rational, Glaubend – sakral, verklärt – holistisch) offen zu halten, neu zu begehen und zu deuten. Je nach Tradition und Interpretation der Bibel betonen einzelne Kirchen oder Gemeinden die einzelnen Zugänge mehr oder weniger.

Die Freikirchliche Glaubenspraxis hat asketische und zugleich ekstatische Elemente und lebt von einer starken Authentizität, die Normen, Werte und Autoritäten im Menschen „Innen“ sollen in seinem Handeln also „Aussen“ erkennbar sein. Die Heiligungsbewegung war eine starke Erneuerung Kraft des 18en und 19en Jahrhunderts in sämtlichen Traditionen, aus der die Pfingstbewegung als Denomination entstanden ist. Zurzeit ist es die charismatische Erneuerungsbewegung die das verbindende Lebt. Zukünftig könnten methodistische, mennonitische Elemente wieder Akzente setzen. Zu begrüssen währe eine Befruchtung des heilig sakralen der orthodoxen Kirche und ihre Elemente der Anbetung und Intensität der Gotteserfahrung und Erlebens.

Eine Gewissenslehre und Gewissens Gestaltung im Freikirchlichen Sinne macht sich am Vorbild, also Sein, Leben und Lehre der Person Jesus Christus fest. Die kanonisierte Bibel ist, in all ihren Übersetzungen und Prägungen die äussere und hauptsächliche spirituelle Ge-, Wissensquelle. Ihre Normen, Werte und Autoritäten gilt es zu erkennen, benennen, also zu verinnerlichen und dann umzusetzen.

Katholisch

Die katholische Kirche beruft sich, auch historisch auf Jesus und seine Worte an den Apostel Petrus in Matthäus 16.18: «Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.» Über die Jahrhunderte entstanden verschiedene katholische Kirchen wie christkatholisch, römisch-katholisch und weitere die alle eine starke Hierarchische Struktur mit klarer Machtverteilung, und einem Hirten als oberste Autorität haben. Das katholische (griechischer Begriff für allumfassend, das Ganze Betreffend), verfügt über eine grosse Stabilität, Ganzheit und Ruhe welches dem Menschen einen starken Halt und eine starke Haltung ermöglicht. Trotz der Übernationalität und inneren Geschlossenheit prägen verschiedene Strömungen und Lehren diese christlichen Gemeinschaften wieder neu und anders.

Eine Gewissenslehre und Gewissens Gestaltung im katholischen Sinne will sich von Gott her verstanden wissen, und bekennt sich zur autonomen Wirksamkeit im Menschen drin. Dieses Ringen zwischen externer Autorität (Priester, Bischof, Kardinal, Papst) und innerer Autonomie prägt das katholische Gewissens Verständnis bis heute. Der Wille, die Freiheit des Menschen werden durch dessen Vernunft zusammengehalten und führen in eine praktische Rationalität des Handelns25.

Gerne Zitiere ich an dieser Stelle aus dem Katechismus der Katholischen Kirche26, (Dritter Teil, erster Abschnitt, Artikel 6)

Das Gewissen:

1776 „Im Innersten seines Gewissens entdeckt der Mensch ein Gesetz, das er sich nicht selbst gibt, sondern dem er gehorchen muß und dessen Stimme ihn immer anruft, das Gute zu lieben und zu tun und das Böse zu meiden und so, wo nötig, in den Ohren des Herzens tönt ... Denn der Mensch hat ein Gesetz, das von Gott seinem Herzen eingeschrieben ist, dem zu gehorchen eben seine Würde ist... Und das Gewissen ist der verborgenste Kern und das Heiligtum des Menschen, in dem er allein ist mit Gott, dessen Stimme in seinem Innersten widerhallt" (GS 16).

II Die Gewissensbildung

 1783 Das Gewissen muß geformt und das sittliche Urteil erhellt werden. Ein gut gebildetes Gewissen urteilt richtig und wahrhaftig. Es folgt bei seinen Urteilen der Vernunft und richtet sich nach dem wahren Gut, das durch die Weisheit des Schöpfers gewollt ist. Für uns Menschen, die schlechten Einflüssen unterworfen und stets versucht sind, dem eigenen Urteil den Vorzug zu geben und die Lehren der kirchlichen Autorität zurückzuweisen, ist die Gewissenserziehung unerläßlich.

 1784 Die Erziehung des Gewissens ist eine lebenslange Aufgabe. Schon in den ersten Jahren leitet sie das Kind dazu an, das durch das Gewissen wahrgenommene innere Gesetz zu erkennen und zu erfüllen. Eine umsichtige Erziehung regt zu tugendhaftem Verhalten an. Sie bewahrt oder befreit vor Furcht, Selbstsucht und Stolz, falschen Schuldgefühlen und Regungen der Selbstgefälligkeit, die durch menschliche Schwäche und Fehlerhaftigkeit entstehen können. Gewissenserziehung gewährleistet die Freiheit und führt zum Frieden des Herzens.

1785 Bei der Gewissensbildung ist das Wort Gottes Licht auf unserem Weg. Wir müssen es uns im Glauben und Gebet zu eigen machen und in die Tat umsetzen. Auch sollen wir unser Gewissen im Blick auf das Kreuz des Herrn prüfen. Wir werden dabei durch die Gaben des Heiligen Geistes und das Zeugnis und die Ratschläge anderer unterstützt und durch die Lehre der kirchlichen Autorität geleitet [Vgl. DH 14].

Reformiert protestantisch

Seit der Reformation vor rund 500 Jahren, das Entfernen der Bilder, Symbolen, die Betonung der Schrift, der Rede und einer demokratischen Kirchen Verwaltung vor Ort wird das Gewissen als eine verbindende rationale Instanz gedeutet die protestiert. Der Reformator Martin Luther hat das Verständnis für die Gewissensempfindungen wie die Gewissenserfahrungen wie keiner der damaligen Reformatoren geprägt. Für Martin Luther war es die zentrale reformatorische Erkenntnis, (Turmerlebnis), dass er die „Gerechtigkeit Gottes“ (Röm 1,17 »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«) ganz anders verstehen muss als es lange verstanden wurde. Nicht strafend, sondern effektiv: Der Mensch, der auf Gott vertraut, ist in Gottes Augen gerecht, obwohl er es nicht verdient hat. So sehr Luther den Ausdruck „Gerechtigkeit Gottes“ vorher gehasst hatte, so sehr hat er ihn nachher geliebt.27

Doch Luther war keineswegs der Erfinder der modernen Gewissensfreiheit. Er lehrte vielmehr ein an sich selbst, das Evangelium (Gottes Wort) bindendes Gewissen. Luther war wohl melancholisch depressiv veranlagt deshalb seine starke Betonung der Schuld und das Pflichtbewusstsein.

Zwingli hat das ähnlich ausgedrückt: «Das Gewissen wird nur dann verletzt, wenn es weiss, dass es gegen Gott gehandelt hat. Das weiss es, wenn es seinem Wort nicht folgt.»28

Der Heidelberger Katechismus, der reformierten sagt dazu:

Heidelberger Katechismus29

Frage 32

Warum wirst aber du ein Christ genannt?

Weil ich durch den Glauben Apg 2, 17; 11, 26

ein Glied Christi bin 1. Joh 2, 27

und dadurch an seiner Salbung Anteil habe, Joel 3, 1

damit auch ich seinen Namen bekenne, Mk 8, 38

mich ihm Röm 12, 1 / Offb 5, 8.10

zu einem lebendigen Dankopfer hingebe 1. Petr 2, 9 / Offb 1, 6

und mit freiem Gewissen

in diesem Leben

gegen die Sünde und den Teufel streite 1. Tim 1, 18.19

und hernach in Ewigkeit

mit ihm über alle Geschöpfe herrsche.

Frage 60

Wie bist du gerecht vor Gott?

Allein durch wahren Glauben

an Jesus Christus. Röm 3,21-25.28 / Gal 2, 16 / Eph 2, 8-9 / Phil 3, 9

Zwar klagt mich mein Gewissen an,

dass ich gegen alle Gebote Gottes

schwer gesündigt

und keines je gehalten habe Röm 3, 9-20

und noch immer zu allem Bösen geneigt bin. Röm 7, 23

Gott aber schenkt mir

ganz ohne mein Verdienst Tit 3, 5

aus lauter Gnade Röm 3, 24 / Eph 2, 8

die vollkommene Genugtuung, 1. Joh 2, 2

Gerechtigkeit und Heiligkeit Christi. 1. Joh 2, 1

Er rechnet sie mir an, Röm 4, 4-5 / 2. Kor 5, 19

als hätte ich nie eine Sünde

begangen noch gehabt

und selbst den ganzen Gehorsam vollbracht,

den Christus für mich geleistet hat, 2. Kor 5, 21

wenn ich allein diese Wohltat

mit gläubigem Herzen annehme. Röm 3, 22 / Joh 3, 18

Orthodox

So als Westler betrachtet hat die orthodoxe Kirche Ähnlichkeiten mit der katholischen Kirche. Gut Tausend Jahre wahren sie gemeinsam unterwegs, als sie sich trennten. Die orthodoxe Kirche bezieht sich in der Spiritualität, Liturgie und Lehre oftmals auf Quellen vor 1054 der Trennung, also zum Beispiel des vierten Jahrhunderts. Daraus kommt ihr Selbstverständnis nahe am Ursprung geschehenen des leben von Jesu zu sein. Als dritt grösste Kirchengemeinschaft sehen sich, die orthodoxen als direkte Nachfolger von Petrus, auf den Gott seine Gemeinde baut.

Die orthodoxen Kirchen Osteuropas leben in einer harmonischen „Symphonia, einen Zusammenklang“ zwischen Kirche und Staat. Sie ist weniger auf Lehre und Verkündigung ausgelegt als auf einen Gott lobende, betende, feiernde und fastende Gemeinschaft. Ein Gottesdienst der orthodoxen ist ein Abbild des Reich Gottes.

Die orthodoxe Kirche kennt keine kanonisierte Bibel, also ein Buch mit formell definierten und festgelegten Büchern und Basiert auf der Septuaginta (griechisches Altes Testament). Die orthodoxe Spiritualität hat als zentrale Elemente die Errettung aus der Unheiligkeit zur Teilnahme oder verähnlichung des göttlichen, dies geschieht vor allem kontemplativ, repetitiv (zum Beispiel das Jesus Gebet) durch Hymnen singen, durch Ikonenverehrung und tun des Guten. Die orthodoxe Kirche kennt keinen Papst sondern hat ein synodales System mit einem Patriarchenstuhl von Konstantinopel, er ist der Erste und somit sein Inhaber Primus inter pares („Erster unter Gleichen“) unter den anderen Oberhäuptern autokephaler (selbst-, und eigenständige Nationalkirchen) Kirchen orthodoxer Christen in aller Welt. Zurzeit (Juli 2022) bekennt sich die russische orthodoxe Kirche allerdings nicht zum Patriarchen Stuhl des Bartholomaios von Konstantinopel (Istanbul) sondern zu dem des Theodoros II von Alexandrien.

Durch die aktuellen geopolitischen Umwälzungen, findet eine Trennung der russisch-orthodoxen Kirchen, von den koptisch, griechisch, slavischen und andere orthodoxe Gemeinschaften statt.

Ein orthodoxes Gewissen ist ähnlich wie jenes der Katholischen Gläubigen strukturiert.

https://www.orththeol.uni-muenchen.de/archiv/alte_lehrmaterialien/ss10_lma_anapliotis/staat-kirche-verh/rok-menschenwuerde.pdf

III.3. Die Ausarbeitung und Anwendung der Konzeption der Menschenrechte muß unbedingt in Einklang gebracht werden mit den Normen der Moral, mit dem sittlichen Prinzip, das Gott in die menschliche Natur gelegt hat und das in der Stimme des Gewissens zu Bewußtsein kommt.

IV.3. Die Gewissensfreiheit. Die Gabe der Wahlfreiheit kommt dem Mensch vor allem an der Möglichkeit zu Bewußtsein, die weltanschaulichen Orientierungen seines Lebens zu wählen. So schreibt der heilige Irenäus von Lyon: „Gott hat ihn [den Menschen] in Freiheit erschaffen, von Anfang an im Besitz eigener Kraft ..., um freiwillig Gottes Ratschluß vollziehen zu können, ohne von ihm dazu gezwungen werden zu müssen" („Adversus haereses", IV,37,1). Das Prinzip der Gewissensfreiheit steht im Einklang mit Gottes Willen, wenn es den Menschen vor Willkür in Bezug auf seine innere Welt, vor dem gewaltsamen Aufdrängen irgendwelcher Überzeugungen schützt. Nicht umsonst erkennt die Kirche in den „Grundlagen der Sozialkonzeption der Russischen Orthodoxen Kirche" die Notwendigkeit an, „für den Menschen einen gewissen autonomen Bereich zu wahren, in dem sein Gewissen ‚autokratisch' herrscht, denn von der freien Willensäußerung hängen letzten Endes Erlösung oder Verderben ab, der Weg zu Christus oder von ihm weg" (Grundlagen der Sozialkonzeption, III.6). Unter den Bedingungen des säkularen Staates erlaubt die ausgerufene und gesetzlich verankerte Gewissensfreiheit der Kirche, ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gegenüber Menschen anderer Überzeugungen zu wahren und gibt die rechtliche Grundlage für die Unantastbarkeit ihres inneren Lebens wie auch für das öffentliche Zeugnis für Christus. Zugleich „zeugt die rechtliche Festschreibung der Gewissensfreiheit von dem Verlust religiöser Ziele und Werte in der Gesellschaft" (Grundlagen der Sozialkonzeption, III.6). Manchmal wird die Gewissensfreiheit als Forderung nach religiöser Neutralität oder Indifferenz von Staat und Gesellschaft behandelt. Gewisse ideologische Interpretationen der Religionsfreiheit bestehen darauf, alle Glaubensbekenntnisse als relativ oder ‚gleichermaßen wahr' anzuerkennen. Für die Kirche ist das unannehmbar. Sie respektiert die Wahlfreiheit, ist jedoch dazu berufen, die von ihr gehütete Wahrheit zu bezeugen und Verirrungen aufzudecken (1 Tim 3,15).

Medizinisch

Das Wort Medizin leitet sich ab von lateinisch medicina bzw. ars medicina, „ärztliche Kunst“ oder die „Heilkunde“, von mederi, ‚heilen‘ was im Sinne von „ermessen, geistig abmessen, ersinnen, Rat geben oder wissen“ zu verstehen ist.30

Die ärztliche Kunst beschreibt und erkennt Krankheiten, stellt Diagnosen, die mit Therapien und Medikamenten behandelt werden um die Gesundheit der Patienten zu erhalten oder wiederherzustellen. Ein medizinischer Zugang bedeutet das Gewissen als Ganzes, die Gewissenswege und Handlungen zu analysieren und Rat zur Heilung und Genesung zu geben. Es ist ein Wissen um die krankmachenden und den Körper zerstörenden Vorgänge und Abläufe.

Der Bischof von Agen Phoebadius (im Pamphlet) wie auch sein Weggefährte Hilarius von Poitiers (in De Trinitate) beide lebten im vierten Jahrhundert, beschreiben mit medizinischen Begriffen die gesellschaftlichen Vorgänge. Der einte sieht das Licht der öffentlichen Meinung als ein Therapeutikum das, die Irrlehren der Arianer therapiert. Der andere sieht die Irrlehren als ein Virus an der die publicae conscientiae (Öffentliches Ge-, Wissen) unterwandert.

Zurzeit sind wir daran die Ereignisse und folgen von einem weltweit wirksamen Virus zu verarbeiten. Covid ist ein Virus der sich wie ein Virus verhalten hat. In der Anfangsphase wirkte es stark und war von hoher Wirksamkeit. Doch je verbreiterter es auftrat, je diverser seine Mutanten und je mehr Menschen mit ihm infiziert waren umso schwächer wurde es. Dieser Mechanismus kann mit der Beeinflussung des Gemeinschaft Gewissen, der öffentlichen Meinung verglichen werden.

Das konträre beschriebene der zwei Weggefährten Phoebadius und Hilarius erleben wir regelmässig in unseren Gemeinschaft`s Ge-, Wissen im Verein, Kirchen, Parteien oder Wohnorte, usw. Wenn eine Firma XY blaue Kissen herstellt und nun Mitarbeiter von der Firma ZQ einstellt die roten Kissen herstellt gibt es verschiedene Szenarien. Entweder die Mitarbeiter und Führung der Firma XY beharren darauf blaue Kissen herzustellen, oder die neuen Mitarbeiter setzten sich durch, und die Firma wird in Zukunft rote Kissen herstellen. Das dritte Szenario wäre die Veränderung des Gemeinschaftswissen hin zu der Herstellung von violetten Kissen hergestellt. Ein viertes Szenario währe dass die Firma XY nun blaue, rote und violette Kissen herstellt. Die Mitarbeiter in der „roten Fraktion“ werden am Anfang als Fremd wahrgenommen. Oder wie es Hilarius schreibt als „Virus“. Ob und wie er sich verbreitet wird von dem einzelnen Beteiligen, und von dem Umgang mit dem Gemeinschaftsge-, Wissen bestimmt.

In seinem „Confessionale "Curam illius habe" - medicina dell'anima“ schreibt der ehemalige Erzbischhof von Florenz (1389 - 1459 n.Chr.), wie im Buchtitel erwähnt von der Medizin der Seele. Als Moral Theologe auf das rechtmässige Wissen und Leben eines Priesters bezogen (in der Beichte). Wie der barmherzige Samariter, der sich anderer annimmt soll der Priester Tugenden entwickeln die zur Stärkung kranken Seelen beitragen31.

Da das Gewissen ein Teil der Seele, nach meinem Verständnis ist, lohnt es sich darüber nachzudenken was denn „Medizin“ oder eine „Therapie“ für meine Ge-, Wissen sein kann?

Philosophisch

Nachfolgend die Schlussfolgerungen einiger bekannten Philosophen. Aus Wikipedia zum Begriff „Gewissen“.

Das Gewissen in Bekannten Philosophischen Schulen

Kant32

Nach Immanuel Kant enthält die praktische Vernunft ein a priori, ein jeder Moral vorhergehendes Grundprinzip. Dieses a priori bestimmt den kategorischen Imperativ. Der gilt absolut und überall und ist von jedem anwendbar. Er wird auch als „das gute Gewissen“ umschrieben und sei eine notwendige, aber keine hinreichende Grundlage für gutes Handeln.

Nietzsche33

In Nietzsches zur Genealogie der Moral von 1887 wird das „Gewissen“ mit „Schuld“, „Pflicht“ und „Heiligkeit der Pflicht“ auf eine Ebene gestellt. Instinkte, die nicht aktiv gelebt werden können, „wenden sich nach innen“. „Schuld“ und „Pflicht“ gegenüber den vorherigen Generationen werden in Gestalt des „schlechten Gewissens“ schließlich zu einer unabzahlbaren Schuld: „[Im Schuldner], in dem nunmehr das schlechte Gewissen sich dermaßen festsetzt, einfrisst, ausbreitet und polypenhaft in jede Breite und Tiefe wächst, bis endlich mit der Unlösbarkeit der Schuld auch die Unlösbarkeit der Buße, der Gedanke ihrer Unabzahlbarkeit (der ‚ewigen Strafe‘) concipiert ist –;…“

Das „schlechte Gewissen“ in seiner „aktivischen“ Gestalt ist nach Nietzsche möglicherweise die Bedingung für die Entstehung ästhetischer Empfindung im Sinne von „Bejahung und Schönheit“.

Der Begriff „schlechtes Gewissen“ wird mit unterschiedlicher Konnotation verwandt. Es schimmert eine Parallele zwischen Phylogenese und Menschwerdung im individuellen, subjektiven Sinne durch. Das „schlechte Gewissen“, eine nach Nietzsche offenbar genuin menschliche Eigenschaft, die – ganz klar wird das nicht – wohl jedem Menschen zukommt, zumindest aber dem Künstler eigen ist, muss überwunden werden, bejaht werden, vielleicht auch integriert werden, um Schönheit, Seele, Ideale schaffen zu können.

Karl Marx34

Nach dem Dialektischen Materialismus spiegelt das Gewissen den wandelbaren Gesellschaftszustand, welcher sich aus wechselnden materiellen Produktionsverhältnissen erkläre, wider. Da die Materie, die einzige Wirklichkeit, sich ständig verändere, gelte keine sittliche Wahrheit absolut.

Descardes35

Die Haupteigenschaft des Gewissens, wie sie sich in der modernen Philosophie nach Descartes durchgesetzt hat, besteht darin, eine Form der Selbstwahrnehmung zu sein, die mit einem Gefühl verbunden ist. Es handelt sich also nicht bloß um einen introspektiven Akt im kognitiven Sinne, sondern um eine emotional gefärbte Selbstbesinnung des Ichs, die in praktischer Hinsicht insofern eine Rolle spielt, als sie dafür ausschlaggebend ist, wie sich die Person verhält und ob sie eine Tat begeht oder nicht. Außerdem hat das Gewissen einen Obligationscharakter, wie sich aus der oft zur Beschreibung benutzten Gerichtsmetaphorik herauslesen lässt. So wird das Gewissen beispielsweise als ein innerer Gerichtshof oder als ein Richter, der kontrollierende und zensierende Gewalt innehat, beschrieben.

Heinrich von Kleist36

Der Gewissens Begriff als gefühlsbezogene und rechtsphilosophisch nuancierte Variante des Bewusstseins, kommt in der Forschung Kleist sehr selten vor. „Wissen kann unmöglich das Höchste sein - handeln ist besser als Wissen“, schreibt er an Ulrike am 5. Januar 1801. Für Kleist war der wichtigste Punkt des Gewissen die Interaktion zwischen Wissen und Moral, also die Gewissheit die das Wahre stützt. In seinem Jugendessay über das Glück schreibt er: „kein Gold besticht ein empörtes Gewissen. Eine ähnliche Hervorhebung der Gewissensproblematik ist auch im Schluss des oben genannten Briefs an Ulrike zu finden: „Wenn auch die Hülle des Menschen mit jedem Mond wechselt, so bleibt doch eines in ihm unwandelbar und ewig: das Gefühl seiner Pflicht“. Das Gewissen zum Werkzeug welches die eigene Identität wiederherstellen möchte.

Johann Gottlieb Fichte37

Das Ganze der vernünftigen Wesen ist die »Darstellung des reinen Ich«. Mein Grundtrieb ist die Übereinstimmung des wirklichen mit dem idealen Ich (Unterscheidung des »reinen« Triebes vom »Naturtrieb«). Das Gewissen ist »das unmittelbare Bewußtsein unserer bestimmten Pflicht«, das »Bewußtsein unserer höheren Natur und absoluten Freiheit«. Die allgemeinste ethische Forderung lautet: »Erfülle jedesmal deine Bestimmung!« (Forderung des sittlichen Triebes). Oder: »Handle stets nach bester Überzeugung von deiner Pflicht«, oder: »Handle nach deinem Gewissen«. Das ist das Prinzip der Moralität (Gesinnung), das formale Sittengesetz. Das Sittengesetz gebietet, »jedes Ding nach seinen Endzwecken zu behandeln«. Moralität aller vernünftigen Wesen ist Endzweck; wir sollen alle gleich handeln.

Niklas Luhmann38

Luhmann interpretiert das Gewissen nicht als "Substanz" oder "Instanz", nicht als «vox die» (Gottes Stimme) oder als durch Natur und Vernunft erleuchtete innere Stimme, nicht einmal mehr als Repräsentant einer moralischen Ordnung. Stattdessen wird es ausschließlich funktional definiert als eine „Selbstnormierung der Persönlichkeit“, die auf diese Weise ihre Identität stabilisiert also eine Funktion zur Identitätsbildung. Die Möglichkeiten, die ein Mensch hat, sich zur Welt zu verhalten, sind weit größer als die Fähigkeit, sie (alle auf einmal) zu realisieren. Ich kann ein Schurke sein, ein Heiliger, ein Feigling, ein Held – aber nicht alles auf einmal. Der Mensch wählt bestimmte Optionen und schlägt andere aus und bildet so eine Persönlichkeit aus. Der Mensch braucht Kontrollinstanzen, mit denen es ihm gelingt, eine konstante Persönlichkeit zu sein und zu bleiben, „und eine solche Kontrollinstanz ist das Gewissen. Diese Selbstidentifikation verknüpft drei Generalisierungsdimensionen miteinander nämlich die sachliche, die zeitliche und die soziale. Als soziale Rückversicherung reflektiert sich das Gewissen an der Aussenwelt (Umwelt) und bedient sich zahlreichen Themen und Vorstellungshilfen. Dies geschieht dadurch, dass er sich mit Personen, Zielen, Werten oder Symbolkomplexen: mit seiner Geliebten, seiner Religion, seinem Vaterland, seinen Kindern 'identifiziert' und so eine Selbstaussage in die Welt hineinlegt, um griffigere Entscheidungs- und Rechtfertigungsgesichtspunkte zu haben. Luhmann lokalisiert das Gewissen als "erlebbares Phänomen".

Psychologisch

Der Gewissensbegriff in der Psychologie

Der Begriff Gewissen wird nur in wenigen Psychologischen Schulen explizit aufgegriffen. Hier eine kleine Auswahl.

Sigmund Freud39

Das Strukturmodell der Psyche (1923) nach Sigmund Freud beruht auf der Unterscheidung von EsIch und Über-Ich. Freuds Vorstellung nach wird das unbewusst-triebhafte Es in seinen Äußerungen durch das Über-Ich hemmend kontrolliert. Dabei wird das Über-Ich verstanden als eine Verinnerlichung der elterlichen und gesellschaftlichen Autorität, wodurch sich das Gewissen herausbildet. Es veranlasst das Kind, gesellschaftlich übliche oder erwartete Verhaltensweisen und Erwartungen einzuhalten. Das reife Ich, die individuelle Persönlichkeit mit ihren aus Erfahrung gewonnenen bewussten Wertsetzungen, bildet sich in der Auseinandersetzung des Menschen mit seiner gesellschaftlichen Umwelt und durch Überwindung der Anforderungen des Über-Ichs.

Erst einmal unterscheidet Freud zwischen Bewusstem und Unbewusstem.

Laut Freud besteht die Instanz Gewissen aus dem Über-Ich, dem Ich und dem Es.

Das Über-Ich wurde durch Erziehung in der Kindheit erworben (Z.B. verinnerlichte Verhaltensregeln)  und  hat u.a. die Aufgaben, Aggressionen zu binden und Schuldgefühle zu entwickeln.

Das Es steht für unterbewusste Bedürfnisse und Triebe wie Angst, Hunger, Neid usw., wobei z.B. Neid durch Hunger ausgelöst werden kann. Alll diese Triebe nimmt der Mensch nur unbewusst wahr, handelt aber oft danach.

Das Ich steht die Fähigkeit vrnünftig und selbstkritisch nachdenken, abwägen, unter- und entscheiden zu können. Es steht als so eine Art Vermittler zwischen dem Über-Ich und dem Es und sucht nach Lösungen.. Das Ich ist dem Menschen bewusst
Das Ich sucht
nach Lösungen und wird bewusst wahrgenommen.

Carl Gustav Jung40

Für C. G. Jung ist das Gewissen ein unbewusster, autonomer Komplex der menschlichen Psyche, der sich gegebenenfalls auch gegen die bewusste Absicht des Individuums durchsetzt. Es wird unterschieden zwischen einem sittlich-moralischen und einem ethischen Gewissen. Das sittlich-moralische Gewissen richtet sich nach den tradierten Wertvorstellungen und Glaubenssätzen einer Gesellschaft. Alles, was hier den entsprechenden Gebräuchen, Verhaltensnormen und Moralgesetzen entspricht, gilt als sittlich bzw. als moralisch (mores: Sitten, Gebräuche; moris: zur Regel gewordener Wille, Brauch). Dabei ist das moralische Gewissen nicht nur das Ergebnis von Umwelt, Erziehung und Gewohnheit, sondern auch von vererbten instinktiven Verhaltensweisen.

Die ethische Form des Gewissens tritt dort auf, wo zwei moralische Forderungen oder Handlungsweisen gleichberechtigt nebeneinanderstehen und das Individuum in eine Pflichtenkollision treiben. Nun stehen sich Sittenkodex und das persönliche Gewissen als unvereinbar gegenüber. Ist der Betroffene bereit, seinen Gewissenskonflikt auszutragen, so mündet dies in einen neuartigen, individuellen Urteilsakt, der auch als schöpferische Leistung verstanden werden kann.

Aufgrund dieser hohen, autonomen Dynamik, mit welcher sich das ethische Gewissen auch gegen die traditionelle Moral durchzusetzen weiß, ist es als „Vox Dei“, als Gottesstimme zu verstehen. Es setzt sich gleich einer göttlichen Intervention auch gegen den Willen des Individuums durch. Nicht der Mensch hat ein Gewissen, sondern das Gewissen hat den Menschen.

Viktor Frankl41

In der Existenzanalyse von Frankl wird Gewissen definiert als das Gespür für die Hierarchie der Werte in einer Situation im Hinblick auf das, was die Person insgesamt für gut und richtig hält. Gewissen ist daher eine komplexe Wahrnehmungsfähigkeit der Person (und keine "Bibliothek von Vorentscheidungen") für das "Gute und Richtige bzw. Falsche und Schlechte". Das Gewissen kann nach Frankl (1982, 26) als die "Fähigkeit, Sinngestalten in konkreten Lebenssituationen zu perzipieren", angesehen werden. Das subjektive Erleben des Gewissens stellt sich als ein Spüren dessen ein, was als das "eigentlich Richtige ("Stimmige") der Situation" empfunden wird.
Das "Spüren des Richtigen" kann als Wahrnehmung durch funktionale und emotionale Faktoren behindert sein. Unaufmerksamkeit, Unachtsamkeit, Angst im Aufnehmen können seinen "Ruf" verdecken. Obwohl das Gewissen das "Gewisseste" ist, an das sich die Person in der authentischen Entscheidungsfindung halten kann, ist die Irrtumsmöglichkeit bzw. Täuschung dieses "Wahrnehmungsorgans" nie ausgeschlossen.

Der Mensch ist nicht nur für sein Gewissen verantwortlich, er ist auch vor seinem Gewissen verantwortlich.

Abraham Harold Maslow

(*1. April 1908 in Brooklyn, New York City; † 8. Juni 1970 in Menlo Park, Kalifornien[1]) war ein US-amerikanischer Psychologe. Er gilt als ein Gründervater der Humanistischen Psychologie und führte 1954 den Begriff Positive Psychologie ein.

Soziologisch

Das Wissen vom und über das grösseren Ganzen also das gemeinsame Wissen ist der Kitt, die Kohäsion der unsere Gesellschaft zusammenhält. Erst wenn wir uns an gemeinsame Normen, Werte und Autoritäten halten und die einzelnen Menschen eine Art Kodex, Gesetz haben wie diese Werte, Normen und Autoritäten emotionalisiert, gedeutet und hierarchisiert werden können wir überhaupt ein größeres Ganzes, eine Gemeinschaft bilden.

Ein soziologischer Zugang bedeutet auf eine Gruppierung oder Gemeinschaft als grösseres Ganzes bezogen. Diese Gemeinschaften prägen unser Gewissen und Handeln. Und wir prägen dieses grössere Ganze. Nicht der einzelne ist im Fokus, sondern die Gruppe, die Gesellschaft als Ganzes. Die Wissenschaft der Soziologie erklärt das „Handeln“ und die Abläufe und die Wirkungen, die sie deuten und verstehen will.

Verschiedene Prinzipien verhindern, dass einzelne Individuen sich an ein grosses Ganzes dem Gemeinwesen ansschliessen können. Der Mensch ist hochsensibel, bei dem, was ihm angetan wird und wurde. Bei dem was er anderen antut, fehlt oft das Bewusstsein dafür. Tendenziell ist meine, unsere Handlung also nicht schuldig, Schamauslösend oder falsch (unwahr) die des anderen schon. Wir streben danach mehr zu wollen und zu besitzen als der / das andere, dabei blenden wir gerne allgemeingültige Werte, Normen und Autoritäten aus. So deuten und selektieren wir die allgemein gültigen Werte, Normen und Autoritäten zu unseren Gunsten auf kosten des grösseren Ganzen.

Juristisch

Die Schweizer Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (vom 18. April 1999 Stand am 1. Januar 2020) garantiert im Artikel 15 die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Im Wortlaut:

1 Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist gewährleistet.

2 Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen.

3 Jede Person hat das Recht, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören und religiösem Unterricht zu folgen.

4 Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.

Journalistisch

Ist das Gewissen, eine Akte, ein Dossier oder ein Buch wo der Menschen und sein Leben darin schreibt? Ein Journalistischen Zugang zum Gewissen eröffnet diese Perspektive. Er bedeutet: recherchieren, sammeln und notieren von Geschehenem und Ereignissen, er macht vergangenes und gegenwärtiges für die Gegenwart und Zukunft zugänglich. Das Sammeln von Informationen und Fakten macht es erst Möglich das Wichtige von dem Nebensächlichen zu trennen. Journalistisch tätig zu sein bedeutet auch verborgenes, geheimes aufzuarbeiten und darüber zu recherchieren.

Ökonomisch

𝗗𝗶𝗲 𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗲 Ö𝗸𝗼𝗻𝗼𝗺𝗶𝗲 - 𝗦𝗰𝗵𝗹ü𝘀𝘀𝗲𝗹 𝘇𝘂𝗿 𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁 (Innere ökonomie, ökologie, und soziales Ergänzung CZ)

𝘎𝘦𝘴𝘵𝘦𝘳𝘯 𝘩𝘢𝘣𝘦𝘯 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘦𝘩𝘳 𝘷𝘪𝘦𝘭𝘦 𝘍𝘳𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘻𝘶𝘮 𝘉𝘦𝘨𝘳𝘪𝘧𝘧 𝘥𝘦𝘳 "𝘪𝘯𝘯𝘦𝘳𝘦𝘯 Ö𝘬𝘰𝘯𝘰𝘮𝘪𝘦" 𝘦𝘳𝘳𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵, 𝘥𝘢𝘩𝘦𝘳 𝘮ö𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘮𝘦𝘪𝘯 𝘒𝘰𝘯𝘻𝘦𝘱𝘵 𝘥𝘢𝘻𝘶 𝘩𝘦𝘶𝘵𝘦 𝘬𝘶𝘳𝘻 𝘷𝘰𝘳𝘴𝘵𝘦𝘭𝘭𝘦𝘯.

In einer Welt, die zunehmend durch Informationsflut, rasante Veränderung und psychische Überlastung geprägt ist, wird ein Aspekt immer entscheidender: Die Fähigkeit, mit den eigenen mentalen Ressourcen bewusst und effizient umzugehen. Die Zukunft der Arbeit (geprägt von Wissensarbeit, Kreativität und emotionaler Intelligenz) verlangt nicht nur technische, sondern vor allem psychologische Kompetenz. Die Ökonomie der Erinnerung setzt genau hier an: Es ist ein eine Idee, das die Psyche nicht als nebulöses Geflecht, sondern als hoch funktionales, ökonomisch strukturiertes System versteht - ein inneres Wirtschaftssystem, das lernbar, gestaltbar und optimierbar ist.

𝗞𝗲𝗿𝗻𝗶𝗱𝗲𝗲: 𝗘𝗿𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗮𝗹𝘀 𝗥𝗲𝘀𝘀𝗼𝘂𝗿𝗰𝗲

Das zentrale Argument des Buches ist radikal und zugleich intuitiv: Erinnerungen sind keine passiven Speicherfragmente, sondern dynamische, ökonomisch wirksame Einheiten, aus denen unsere Identität, unsere Entscheidungen und unsere Vorstellungen der Zukunft hervorgehen. Erinnerungen bilden das „Kapital“ unseres Geistes; sie sind zugleich Rohstoff, Währung und Produktivitätseinheit unseres Denkens.

𝗗𝗮𝘀 𝗚𝗲𝗶𝘀𝘁𝘀𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺: 𝗘𝗶𝗻𝗲 𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗲 𝗩𝗼𝗹𝗸𝘀𝘄𝗶𝗿𝘁𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁

Darauf aufbauend entwerfe ich ein komplexes, aber anschauliches Modell des „Geistsystems“: Es besteht aus drei ökonomisch wirksamen Prozessen - Narration (Vergangenheitsverarbeitung), Imagination (Zukunftsprojektion) und Suggestion (Selbstbeeinflussung). Diese Prozesse stehen in einem stetigen Austausch und bestimmen die psychische Effizienz. Das Buch bleibt nicht theoretisch, sondern entwickelt mit der „ökonomischen Erkenntnistherapie“ einen praktischen Pfad zur Selbststeuerung.

𝗩𝗶𝘀𝗶𝗼𝗻: 𝗗𝗶𝗲 𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗲 𝗪𝗲𝗹𝘁 𝗮𝗹𝘀 ö𝗸𝗼𝗻𝗼𝗺𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗠ö𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵𝗸𝗲𝗶𝘁𝘀𝗿𝗮𝘂𝗺

Statt die Psyche als Blackbox zu begreifen, versteht das Buch sie als System mit klaren Funktionsprinzipien. Die äußere Ökonomie - so die provokante These - ist letztlich ein Abbild der inneren. Das bedeutet: Wer seine innere Welt ökonomisch versteht, kann nicht nur sich selbst besser führen, sondern auch die Prinzipien erfolgreicher Zusammenarbeit, Führung und Innovation neu denken.

Die Ökonomie der Erinnerung ist ein Werk, das Philosophie, Psychologie und Wirtschaft radikal neu kombiniert. Es eröffnet eine neue Perspektive auf mentale Gesundheit, Selbstentwicklung und die Zukunft der Arbeitswelt. In einer Zeit, in der äußere Ressourcen knapp und innere erschöpft sind, ist das Buch ein Aufruf: Zur inneren Effizienz, zur bewussten Selbstgestaltung und zum Aufbruch in eine neue Ära der psychologischen Selbstverantwortung.

Der ökonomische IQ bezieht sich auf das Verständnis und die Anwendung wirtschaftlicher Konzepte, um informierte Entscheidungen in wirtschaftlichen Angelegenheiten zu treffen.

Was ist der ökonomische IQ?

Der ökonomische IQ ist ein Konzept, das darauf abzielt, das wirtschaftliche Wissen und die Fähigkeiten von Individuen zu verbessern. Es umfasst das Verständnis von Geldsystemen, Marktwirtschaft und den Auswirkungen staatlicher Eingriffe auf die Wirtschaft. Ziel ist es, Menschen zu befähigen, wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Ziele und Themen

  • Wirtschaftliche Bildung: Der ökonomische IQ fördert die Bildung in wirtschaftlichen Themen, um das Bewusstsein für wirtschaftliche Zusammenhänge zu schärfen.

  • Kritische Analyse: Er ermutigt zur kritischen Analyse von wirtschaftlichen Politiken und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.

  • Praktische Anwendung: Der Fokus liegt auf der praktischen Anwendung wirtschaftlicher Prinzipien im Alltag, um informierte Entscheidungen zu treffen.

  1. Funktionsweise42

Die Funktion des Gewissens und seine Abläufe sind vergleichbar dem Ablesen der Zeit auf einer Uhr mit Zeigern. Es reicht, einen kurzen und einen langen Strich, vom selben Punkt ausgehend, auf ein Blatt Papier aufzuzeichnen, und schon werden die meisten darin eine Uhr erkennen. Wenn wir auf das Zifferblatt schauen, benötigen wir nur einen Sekundenbruchteil um herauszufinden, was für eine Zeit die Uhr anzeigt. Um dies zu entscheiden, haben wir viele Details und viel Wissen gespeichert. Zum Beispiel, dass eine Stunde sechzig Minuten hat. Auch dass der Minutenzeiger in einer Beziehung zum Stundenzeiger steht. Die Abläufe und Argumentationen des Gewissens können wir meistens nicht erkennen und benennen, sie sind wie die meistens unserer Denkprozesse oft sehr komprimiert. So dass wir die Werte, Normen und Autoritäten dahinter nicht wahrnehmen können. Die Denkprozesse jagen so schnell durch unseren Geist und Körper, wie Signale durch den Computer jagen. Alles was wir reflektiert also bewusst wahrnehmen, ist die Schlussfolgerung und Deutungen vergangener und gegenwärtiger Erfahrungen und Empfindungen. Hinter allen Beschlüssen und Deutungen des Gewissens stecken Hauptprämissen und untergeordnete Prämissen in Bezug auf die besonderen Gewissens Fakten.

Gewissens Empfindungen

Eine mystische scholastische Linie innerhalb der Gewissens Begriff Geschichte besagt, dass ein Mensch von Bewegkräften bewegt wird. Diese Interpretation kann auf die Cherubim im Hesekiel Buch in der Bibel (Kapitel 10) zurückgeführt werden. Es war Albert der Grosse der in seinem De homine43 vom Synderesis als eine spezielle Kraft der menschlichen Seele schrieb. Das synderesi, das Gewissen als ein Kraftwerk? In seiner eigenhändig verfassten Quaestio de synderesi beschreibt er das Synderesi als kognitive (das Wahrnehmen, Denken, Erkennen betreffend) Kraft. Die Gewissensempfindungen als eine Bewegkraft?

Das Gewissen kann also ein Kraftwerk und ein Fakten Handwerker sein, der mit seinen Empfindungen werkelt und von ihnen bewegt wird. Die gedeuteten Empfindungen, die es für sich als „wahr oder echt“ erkannt hat, führen es in die Gewissensruhe. Wählt es „wahr“ und führt der Mensch in diesem „Wissen“ eine Handlung aus so ist sein Gewissen ausgeglichen und unbelastet. Er empfindet sein Handeln und seine Empfindungen als „echt“ und „stimmig“. Ehre, Scham und Gerechtigkeit, Schuld so der Gewissensforscher Prof. Dr. Klaus W. Müller sind weitere Gewissensempfindungen, auf die ein Gewissen anspricht, und auf die der Mensch reagiert.

Wahrheit

Laut Wikipedia44 wird das Wort „Wahrheit“ als Abstraktum zum Adjektiv „wahr“ gebildet, das sich aus dem indogermanischen Wurzelnomen (ig.) *wēr- „Vertrauen, Treue, Zustimmung“ entwickelt hat.

Wahrheit beutet also ein Zustimmen und Vertrauen der als von mir als wahr und Richtig empfundene Übereinstimmung und Treue zu einem Sachverhalt, Tatsache oder einer Wirklichkeit (Person, Gruppe Ort). Nicht alles was ein Gewissen (für) wahrnimmt ist auch wahr. Meine Fähigkeit oder Empfindung der Wahrheit für wahrnehmen kann getrübt, verhärtet oder irrgeleitet sein so dass dies was ich für wahrnehme Unwahr und Falsch sein kann. So gibt es eine Subjektive, eine objektive und eine Wahrnehmung der vielen der Wahrheit. Die Subjektive Wahrheit entspringt meinem und die des Mitmenschen Gewissen. Die Objektive Wahrheit von äusseren Autoritäten wie geschriebene Gesetze und Personen.

Ehre

Laut Duden kommt das Wort Ehre aus dem mittelhochdeutschen ēre, althochdeutsch ēra, ursprünglich = Ehrfurcht, Verehrung. Ehre oder Prestige ist eine Empfindung und Erfahrung welche mir Würde und Ansehen verleiht. Bedeutet also jemanden Ehrfurcht oder Verehrung zukommen zu lassen. In etwa Achtungswürdigkeit oder „verdienter Achtungsanspruch“ (einer Person) von jemanden Privat oder einem Vertreter einer Gruppe zugesprochen zu erhalten. Die Gewissenempfindung Scham und Demütigung ist ein Verlust von Ansehen seiner selbst und / auch innerhalb der Gruppe. Und kann auch eine die ganze Gruppe treffen.

Gerechtigkeit / Recht

Laut Duden kommt das Wort «Gerechtigkeit» aus dem mittelhochdeutschen «gerehtikeit» und bedeutet: das Gerechtsein; Prinzip eines staatlichen oder gesellschaftlichen Verhaltens, das jedem gleichermaßen sein Recht gewährt». Wie auch etwas, als gerecht ansehen. Wenn wir in Gedanken oder einer Handlung gegen das staatlichen oder gesellschaftliche „Recht“ verstossen empfinden wir in unserem Gewissen „Schuld“.

Ein Gewissen welche Schuld empfindet kann nur durch eine Entschuldung wieder in den Status des Gerecht sein gelangen. Dies kann nur durch eine von uns oder der Gruppe autorisierte Person wie einem Richter geschehen.

Echtheit (real, rein, absolut fair

Die Gewissens Empfindungen und deren Werte, Normen und Autoritäten sind historischen (geschichtlichen), Philosophischen und soziologischen Veränderungen ausgesetzt. Gewissensempfindungen können nicht outgesourct werden. Werden aber von Quellen ausserhalb seines selbst beeinflusst und vermittelt. Dort findet ein Gewissen Halt und Haltung.

Wahrheit, Ehre und Gerechtigkeit sind die Gewissensempfindungen, auf die ein Gewissen anspricht, und auf die der Mensch reagiert. Mit seinem Handeln wertet er seine Werte, normieren er seine Normen und autorisiert seine Autoritäten. Erlebte Wahrheit, Ehre und Gerechtigkeit führen in die Gewissensruhe. Unwahrheit, Scham und Schuld wühlen sein Gewissen auf, verhärten und belasten es.

Gewissens Gestalter

Nicht die Freiheit des Gewissens, sondern die Treue zu seinen (und die seines grösseren Ganzen) Werten, Normen und Autoritäten führen zu einem glücklichen und erfüllten Leben. Sie sind die Bildner und Gestalter eines Gewissen. Nur für das Gewissen gewertete Werte, genormte Normen, autorisierte Autoritäten und eine geerdete Vision, Ziel oder der Purpose sind sinnstiftend und geben dem Gewissen Halt und Stabilität.

Werte

Das Synderesis („(inneres) Bewusstsein“, „Mitwissen) weist nach Philipp der Kanzler (ɫ1236) „auf das Gute“ hin, in dem es durch sein Wahlvermögen dem Bösen Widerstand leistet.45 Die Vorstellung jedes Gewissens was „Gut“ ist oder was das „Gute“ sein soll wird von verschiedenen Parametern definiert. Diese Parameter werden von seinen vergangenen und aktuellen Gewissensquellen beeinflusst und wie die Person diese auch emotional deutet und gewichtet. In dieser Emotionalen und subjektiven Deutung und Gewichtung der Werte liegt etwas Heiliges. Wenn wir zum Beispiel für unsere Kinder in ein brennendes Haus laufen würden um sie zu retten emotionalisieren und gewichten wir diese Handlung und die dahinterliegende Werte stärker als wenn ein Schaf zu retten währe. Diese Werte und deren Deutung und Gewichtung wird auch vom sozialen Umfeld in welches eine Person hinein geboren worden ist geprägt. Das Verhältnis zu den Eltern resp. die Erziehung der Eltern und die Prägung der Vorbildpersönlichkeiten zum Beispiel.

Das grössere Ganze in welchem ein Mensch mit seinem Gewissen lebt, übt einen Einfluss auf das aus was „Gut“ ist, und prägt dies. Diese Prägenden Erfahrungen, werden zu inneren Glaubenssätzen und damit zu eigenen Werten. Diese müssen nicht „Gut“ sein, sondern können für das Individuum sowie sein Umfeld schädigend oder bedrohlich sein und werden. Werte entstehen durch eine gemeinsame Sprache und Kultur. Und werden durch Traditionen und Rituale verfestigt und weitergegeben. Meistens werden sie in einer Mission, einem Leitbild, Katechismus einer Vision oder ähnlichem festgeschrieben und kommuniziert.

Normen

Normen welche wir für uns individuell so wie auch in unserem grösserem ganzen Leben sind objektive Werte. Masstäbe, Muster, Raster, Richtlinien, Vorgaben, Verfassungen, Gesetze, Regeln, Chartas, Parameter welche die Menschen als harte, verfestigte Werte, unvoreingenommen und sachlich für wahrnehmen und für sich und ihr Kollektiv akzeptieren. Die Normen, Gesetze entstehen zumindest in einer Demokratie aus Werten welche eine Mehrheit in einem Kollektiv autorisiert und verfestigt und codiert haben. Und diese zum Beispiel in eine Verfassung niedergeschrieben haben. Es ist die Aufgabe der juristischen Autoritäten das die Normen, Gesetzte und Regeln übersteigende, also transzendente zu bewahren und sich gegen einen bürokratischen Buchstaben getreue Auslegung und Anwendung zu wehren.

Ein Jurist46 äusserte in einem Interview den Wunsch, sich auf die Zehn Gebote zurückzubesinnen. Er meint damit, dass wieder mehr das transzendente der Geist oder Sinn eines Gesetzes und nicht der Buchstabe, oder das wortwörtliche auslegen zählen sollte. Ein Beispiel wo der Geist, der Sinn des Gesetzten über dem Buchstaben stand. Ein selbstständiger Landschaftsgärtner wurde von zwei Polizisten angehalten die sein Fahrzeug ein Lieferwagen überprüften. Auf der Brücke führte er zwei ungesicherte Verbundsteine mit, die er auch nicht mit einem Sicherheitsnetz abgedeckt hat. Das Schweizer Straßenverkehrs Gesetz würde dies so fordern. Die Polizei machte ihn darauf aufmerksam, dass die Ladung weder gesichert noch mit einem Netz abgedeckt sei und sie sich verselbstständigen könne. Worauf er geantwortet hat: «Erstens habe ich kein Netz dabei, und zweitens, wenn die Steine wegfliegen würden, würde er nach acht Jahren Selbstständigkeit mit seiner Selbstständigkeit aufhören, weil dies sehr unwahrscheinlich ist». Was die Polizisten mit einem Lächeln entgegennahmen und ihn darauf hinwiesen, dass er wohl recht habe aber das nächste Mal doch die Ladung sichern soll. Und er für diesmal ungestraft davonkäme. Mein Erachten handelten die Polizisten hier nach dem Geist, dem Sinn des Gesetztes. Da die Wahrscheinlichkeit das ein Schaden oder eine Gefährdung durch diese zwei ungesicherten Steine entsteht gering bis unmöglich war.

Gesetze und Normen befreien, wenn Sie aus einem ethischen Dilemma führen. Dies ist deshalb so weil die Gewissen die Gesetzte und Normen als Leitplanken sehen in denen es „freie Fahrt“ hat. So geben die Gesetzte und Normen den Gewissen halt und Ausrichtung.

Autoritäten

Nach Autoritäten wie Orte, Gruppen (z.B. Institutionen, Organisationen), Menschen, Gegenstände oder Sätze (Glaubenssätze, Überzeugungen) beurteilen Menschen ihr Denken und Handeln resp. führen eine Handlung gar nicht aus. Autoritäten sind die Visions-, und Missionsträger, und können Transzendenz vermitteln. Es ist ihre Aufgabe auf das Grössere, auf das was unser selbst, wie auch das der Gruppe übersteigt hinzuweisen und freizusetzen. Sie Formen und gestalten das grössere Ganze und prägen dadurch auch das Verständnis dessen. Autoritäten Sind nur in einer Hierarchie denkbar. Autorität kann ja nur jemanden oder etwas über jemanden oder etwas anderes haben. Werden die von Autoritäten vermittelten Werte und Normen reflektiert und durch Handlungen verfestigt entstehen innere Gewissens Autoritäten. Innere und äussere Autoritäten gestalten und bilden ein Gewissen.

Gewissens Quellen

Das Gewissen reflektiert und normiert seine Normen an objektiven allgemeingültigen Normen. Wie zum Beispiel das Stassen Verkehrs Gesetzt, Mietrecht oder der Bundesverfassung. Seine Werte reflektiert und wertet es an allgemeingültigen subjektiven Normen seines grösseren Ganzen zum Beispiel seiner Familie, Vereins oder Nation. Seine Autoritäten reflektiert und autorisiert es an personalen Autoritäten wie Eltern, Vorbilder oder Gesetztes Vertretern. Mit diesen Quellen ausserhalb seines Selbst identifiziert sich ein Gewissen und erstellt sich daraus seine eigene Werte-, Normen-, und Autoritätshierarchie sowie seine Glaubenssätze.

Eine weitere Quelle ist die Vorstellungskraft und die Offenbarungen welche aus dem transzendente, dem heiligen schöpft. Es sind die Geschichten, Mythen unserer Vorbilder und ihrer Überzeugungen die uns inspirieren. Es ist auch die Vorstellungskraft und göttliche Offenbarungen die uns Visionen, Leitbildern und Zielen definieren lässt und uns neue Wege gehen lässt.

Gewissens Wege Funktionen

Ist der Gewissensträger ein Musiker der um die Interpretation willens spielt? Es ist das Instrument welches den Ton und die Musik macht. Die Gewissensträgerin eine Medizinerin die Krankheiten erkennt, diagnostiziert, behandelt und eine Therapie verordnet? Wie das Ge-, Wissen handelt und denkt ein Musiker in Harmonien, Rhythmus und Melodien. Die Medizinerin denkt und handelt nach definierten ethischen und moralischen Grundsätzen (Hippokratische Eid), mit dem Ziel die Gesundheit des Patienten zu erhalten resp. wiederherzustellen.

Ist das Gewissen nun „ein Instrument welche von einem Musiker bespielt wird oder eine wegtherapierbare Instanz?“ Keines dieser beiden Pole. Ich bin weder meinem Gewissen hilflos ausgeliefert noch kann ich es wegtherapieren, wegoperieren oder vor ihm flüchten. Sondern kann aktiv und bewusst die Wege welche mein Ge-, Wissen geht, erforschen, erkennen, benennen und verändern. Wenn wir uns diesen Rhythmen, Melodien, und Abläufe bewusst werden, sensibilisieren wir unsere Gewissenswege und das Ge-, Wissen im Allgemeinen. Die Art und Weise wie wir Werte-, Normen- und Autoritäten emotionalisieren und hierarchisieren (einordnen), bildet, gestaltet, festigt oder trübt und belastet unser Gewissen.

Sensibilisieren

Herkunft laut Duden aus dem spätlateinischem sensibilitas was mit Empfindbarkeit übersetzt werden kann, zu lateinisch sensibilis, sensibel. Empfindbarkeit, Empfindsamkeit und Feinfühligkeit kann körperlich zum Beispiel als Schmerz-, Reizempfinden verstanden werden wie auch Empfindbarkeit und Empfindlichkeit im spirituellen, geistig seelischen Bereich. In der Fotographie wird der Begriff ebenfalls verwendet.

Mir geht es um einen bewussten sensiblen, Feinfühligen Umgang mit dem eigenem Ge-, Wissen wie auch dem Gemeinschafgewissen. Also um eine Achtsam-, und Aufmerksamkeit ja Bereitschaft die Signale der Innen-, wie Aussenwelt wahrzunehmen. Ein Ge-Wissen welches sich und seinen grösseren Ganzen Gegenüber in Disharmonie, Dissonanz und ohne Rhythmus lebt ist vor allem, zuerst sich gegenüber dann dem Mitmenschen und schliesslich den grösseren Ganzen gegenüber unsensibel.

Emotionalisieren

Die Herkunft des deutschen Wortes Emotionen stammt aus dem französisch émotion, zu: émouvoir = bewegen, erregen < lateinisch emovere = herausbewegen, emporwühlen. Und wird laut Duden als: psychische Erregung, Gemütsbewegung; Gefühl, Gefühlsregung gedeutet.

Der Gewissensträger emotionalisiert im Verlaufe seiner Gewissensgestaltung die Gewissenwahrnehmungen, Abläufe und Handlungen. Dadurch sind die Ge-, Wissensabläufe nicht emotional neutral, sondern mit mehr oder weniger starken Gefühlen (Bewegung) verbunden. Diese Emotionalisierung vergleicht und gleicht der Träger mit Quellen und Vorbildern ausserhalb seiner selbst und seinen grösseren Ganzen ab.

Ein schlechtes Ge-, Wissen zeigt eine mit negativen Emotionen belastete Bindung an eine innere oder äussere Autorität resp. deren Werte, Normen und Autoritäten an. Ein gutes Gewissen demnach ein Einklang mit den Werten, Normen oder Autoritäten dessen. Zum Beispiel habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich als fünfzig Jähriger ungebackener Kuchenteig esse, meine Eltern mich dahin erzogen, dass ungebackener Kuchenteig essen ungesund ist und Bauchweh gibt.

Hierarchisieren, Präferieren

Synonyme zu Hierarchie sind laut Duden: RangfolgeRangordnungStufenleiter, Stufenordnung. Und wird aus dem griechischen hierarchía = Priesteramt, zu: hierós = heilig; gottgeweiht und árchein = der Erste sein, Führer sein hergeleitet. Beschreibt also eine Pyramide förmige Rangfolge oder Rangordnung.

Wir alle treffen permanent Gewissensentscheidungen die zu Handlungen führen, oder auch nicht. Hierfür vergleichen wir in unseren Ge-, Wissen die verschiedenen Quellen, Werte, Normen und Autoritäten auch mit denen des grösseren Ganzen und den Mitmenschen um uns herum. Diese präferieren, bevorzugen, deuten, gewichten und priorisieren wir je nach Situation und Gewissensanlage. Wir hierarchisieren unsere Quellen, Werte, Normen und Autoritäten und erstellen eine Rangfolge. Erst so ist es möglich eine innere und äussere Ordnung herzustellen.

Einerseits und anderseits ist es gut und gesund, wenn unser Ge-, Wissen in einem Orchester, Ensemble einem grösseren Ganzen integriert, gehalten und getragen ist und wird.

Re­sis­tie­ren / Insistieren

Wiederstehen /

Praktizieren / Handeln / Anwenden / Ausüben / Transformation umwandeln / Freisetzten

Ängste nehmen

  1. Transzendenz

Der Gedanke, dass es im Menschen drinnen ein Habitat, ein Ort oder Raum mit einem Bezug zum heiligen, göttlichen oder einem Gottesbewusstsein gibt, ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Der Sozialphilosoph Hans Joas spricht von der sakralität der Person. Also von etwas heiligem Geistlichem an und im Menschen. Das Gewissen als Kirche wo der Sigrist, Pfarrer und Theologe Dienst tun?

Ein schlechtes, belastetes und unruhiges Gewissen zeigt an, dass es beeinflusst wird oder wurde. Respektive dass es gegen seine ihm vermittelten Werte, Normen und Autoritäten verstossen hat oder verstossen wird. Wenn dies geschieht habe ich die Möglichkeit dem schlechten unruhigen Gewissen auf den Grund zu gehen. Es zu reflektieren und die Ursache des empfundenen „schlechten und bösen“ zu ergründen. Und darin erlange ich die Freiheit über den Empfindungen sie als Positiv (Gut) oder negativ (Böse) zu beurteilen.

Integrität

Das Gewissen emotionalisiert und deutet die Gewissenserfahrungen und Empfindungen. Wenn wir diese Prozesse erkennen und benennen und gelernt haben dies bewusst zu tun ermöglicht dies eine innere Ordnung die ein Teil unserer Identität ausmacht. Nicht das Bewerten der Gewissenserfahrungen und Empfindungen steht im Vordergrund und bringt mich weiter in meiner Gewissensgestaltung, sondern das wahrnehmen, würdigen und Ehren meiner Gewissenswege.

Merke ich, dass ich in einem Punkt nicht weiterkomme oder anstehe lohnt es sich die vertrauten und traditionellen Gewissens-, Empfindungen, -Gestalter, -Deutungen und Quellen zu überprüfen und eventuell loszulassen respektive mit meinen aktuellen Lebensrealitäten abzugleichen und in Übereinstimmung zu bringen. Nicht mit den vertrauten und traditionellen zu ersetzten oder diese gar abzuschaffen, sondern die neuen Gewissens-, Empfindungen, -Gestalter, -Deutungen und Quellen zu implementieren, integrieren und ergänzen. Es geht um die Wiederherstellung der Ordnung, Ästhetik und Harmonie in unserem Umfeld wie im Innern des Menschen. Also um Wertschätzung des Schönen, Wahren und Guten, im Exzellenten (Handeln), in Dankbarkeit und Hoffnung und nicht zuletzt im Humor widerspiegelt. Und so weg von sich selber hin zu etwas Transzendentem und Heiligem führt.

Identität

Der Begriff Identität47 stammt aus dem spätlateinischen identitas ab was als „deselbe“ (idem) übersetzt werden kann. Es bedeutet laut Duden: „a.) Echtheit einer Person oder Sache; völlige Übereinstimmung mit dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird, b.) als „Selbst“ erlebte innere Einheit der Person“. Identität ist also die völlige Übereinstimmung mit jemandem, etwas in Bezug auf etwas; Gleichheit.

Das Gewissen ist der Ort wo die Mechanismen greifen um die „Gleichheit, Echtheit und Einheit“ einer Person zu überprüfen und Kräfte mobilisiert werden können um diese zu bilden oder wiederherzustellen. Der Zugang wo Äussere Werte, Normen und Autoritäten mit und den inneren konfrontiert und abgeglichen werden. Es ist der Ort wo mein Denken, Handeln und Fühlen mit Werten, Normen und Autoritäten in Kontakt kommen und an meinen Gewissens-, Empfindungen, -Gestalter, -Deutungen und Quellen gemessen und ausgewertet werden. Als Identitätsstabilisierende Kräfte haben sich nach dem Verhaltensforscher Bernhard Hassenstein48 folgende Kräfte erwiesen: „häufiges Lob für Gutes und richtiges Verhalten“ besonders bei Kindern (Erziehung, Gewissensbildung), ein enges und gutes Verhältnis zu mindesten einer Person (Bindung, Autoritätsperson), mitfühlendes Verhalten, das an einer Vorbilds Persönlichkeit (z.B. Henry Dunant, Huldrych Zwingli, Johann Sebastian Bach

, ein Onkel) festgemacht wird (Sensualität).

Intimität

Es sieht ganz so aus, als sei der Mensch ‘unheilbar’ religiös. Unsere Seele verlangt danach, sich mit etwas zu verbinden, das grösser ist als sie selbst. Wir sind geschaffen für Intimität mit dem Ewigen. Die Bibel nennt dies Anbetung.

Mit den Werkzeugen der „Spiritualität“ kann die Wahrnehmung, das Bewusstsein vom Transzendenten wahrgenommen, sensibilisiert und erweckt werden. Spiritualität bedeutet auch das trennen von Licht und Schatten, resp. von Gut und Böse, unruhigem und ruhigem es ist das Trennen, welches dem Gewissen eine freie Entscheidungsmöglichkeit für das das Heilige und göttliche als höchste Autorität ermöglicht.

Bilder aus dem Umfeld also Reale (Gottes-) Bilder wie «Vater, Sohn, Richter, Therapeut, Schöpfer» werden durch die Werkzeuge der Spiritualität in mir erleb-, und beschreibbar. Durch Werkzeuge wie (gemeinsames) Gebet, Singen, Fasten, Bibellesen, Rituale wie zum Beispiel Abendmahl, soziales Handeln und aktive Gewissensgestaltung wird das beschreibbar, was nicht beschreibbar ist. Nämlich eine heilende Begegnung und eine liebevolle Beziehung zu Gott.

Im Gewissen erleben wir Berufsbilder und Berufsorte vom Theologen, Philosophen, Psychologen usw. Das Gewissen als Aula einer Universität wo das Wissen der verschiedenen Fakultäten zusammentrifft. Als Kirche wo der Theologe und die Gemeinde sich versammeln, oder das Gericht wo der Jurist (Richter) und das Richterkollegium freispricht oder verurteilt.

  1. Schulen / Traditionen / Praxis
    Sprache und Kultur

Die Art und Weise und das was ein Gewissen für wahr nimmt wird massgeblich von ideologischer Herkunft, Umgebung und eigenen selbstentworfenen Überzeugungen geprägt. Meines Erachtens gibt es vier grosse Schulen, Sprachen oder Kulturen die sich im Alltag vermischen.

Wissend – rational

Das Ge-, Wissen als rational erklärbare Funktion oder Instanz die, die Handlungen und Gedanken des Menschen moralisch deuten? Wissend rationale Menschen und ihre Schule nehmen ihr Ge-, Wissen als analytisches Instrument oder als Innerpsychischen Hemm-, oder Motivationsmechanismus war. Die Vernunft entscheidet über ihr ethisches Verhalten oder nicht Verhalten.

Der wissend – rationale Mensch und seine Schule betrachtet sein Ge-, Wissen als einen Ort wo das Gericht tagt. Mit logisch nachvollziehbaren Abläufen, Vorgänge und Schlüssen. Er ist nicht Ge-, Wissen sondern hat ein Gewissen. Welches er beobachtet und deren Regungen er mit dem Verstand einordnen und deuten kann.

Die Schule der Wissend – rationalen bilden ihr Ge-, Wissen auf Basis von Ursache und Wirkung, es soll Zweckorientiert und der Sache dienend und von Nutzen sein. Sie achten auf eine stabile innere wie äussere Ordnung. Ihre Ge-, Wissensquelle ist die Vernunft und deren Denkschemas. Sie Argumentieren aus ihrem theoretischen Intellekt heraus und kommen deshalb auch zu deren Schlüssen.

Ihr Gerichtshof, das Gewissen ist der Ort, und Beteiligter wo ihr denken und handeln beurteilt, verurteilt oder freigesprochen wird. Deren Abläufe und Vorgänge sind ihnen Vertraut und deshalb trauen sie Ihnen. Das Gewissen als Ankläger oder als Verteidiger?

Glaubend – sakral

Der Glaubend – sakrale Mensch und seine Schule betrachtet sein Ge- Wissen als Resonanzkörper als Kirche Gottes wo er die Gottes Stimme vernehmen kann? Oder das Ge-, Wissen als einen Kompass welchen ihn auf die höchste Autorität Gott ausrichtet. Die Werkzeuge der Spiritualität eröffnen dem Glaubenden – sakralen Menschen transzentente heilige Erfahrungen. Jesus – Gottes Sohn, Heiliger Geist und Gott Vater werden so zu realen Lebens-, und Lehrautoritäten die, die Glaubens-, und Gewissenswirklichkeit bestimmen. Die Spiritualität bringt das heilige – sakrale im Ge-, Wissen zum Vorschein.

Das Ge-, Wissen als Vorhoftor und Wächter zum heiligen, sakralen im Menschen drin? Der Glaubend – sakrale Mensch und seine Schule würden dies bestätigen. Der Glauben ist das Festhalten von in der Bibel definierten Lebensbildern wie Sohn, Geist und Vater, ein nachahmen dessen Charakteren und wirken in Gesellschaft und Umwelt.

Für die Schule der Glaubenden – sakralen ist das Ge-, Wissen der Ort wo Reinheit, Unreinheit und Gut und Böse erlebt und erfahren wird. Ein reines Gewissen zu empfinden bedeutet ein ruhiges, gutes Ge- Wissen vor Gott und seinen Mitmenschen zu empfinden. Die Bibel, deren Interpretation und Interpreten ist eine wichtige Inspirationsquelle zur Gewissensgestaltung.

Verklärt – holistisch

Das grössere Ganze im Alltag, im Wir und in der Natur, Schöpfung erkennen, sehen und sein Ge-, Wissen in diesem Kontext einordnen. Die Sprache und Wurzeln dieser Betrachtungsweise wurde massgeblich im Mittelalter geprägt und bis heute erhalten. Zum Beispiel geht das Charakter Einstufung Model der vier Temperamente (Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker) auf die vier Säfte Lehre des Mittelalters zurück.

Beim Thema Gewissen schimmert das vernetzt holistische und Ganze, das harmonische durch. Alles, was den Menschen ausmacht, ist geheimnisvoll zu einem ausgewogenen und abgestimmten Ganzen verwoben. Papst Benedikt XVI sagte in seiner Ansprache im Berliner Reichstagsgebäude am 22.09.2011: »Es gibt auch eine Ökologie des Menschen. Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur achtet, sie hört und sich annimmt als der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat. Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.«.

Menschen in der Schule „das verklärt - holistisch“ betrachten das Ge-, Wissen mit ihrem praktischen Intellekt als ein angeborenes Naturgesetz im Menschen drin. Dieses Naturgesetz steht in harmonischer Verbindung mit seinen Mitmenschen, dem Gemeinschaft` s Ge- Wissen und der Natur. Dieses Naturgesetz ist, eine Richtschnur, ein vorgepfadeter Weg eine Art zehn Gebote der Bibel die jedem Menschen natürlicherweise innewohnt.

Das Gewissen als ein Konzertsaal wo das Orchester, eine Band ein schönes Musikstück spielt? Und das Gewissen als ein Musikinstrument des Orchesters, der Band welches ein Teil der wiedergegebenen Harmonie und Struktur ist? Diese Schule würde das Ge-, Wissen so sehen.

Weise – ordnend

Das Gewissen als eine künstlerisch Gestaltende Anlage und Veranlagung zu sehen, als Ursprungsort von Kreativität und Ordnung. Als Ursprung von Poesie, von Gedichten, Bilder und Skulpturen. Das Ge-,Wissen ist eben Veranlagung aber auch lernende Anlage, die neues gestalten und entwickeln kann. Dieser Charakter der Sprache und Kultur ist ein lernender, gestaltender und deshalb Ordnender Charakter!

Der gestaltende und ordnende Zugang versteht das Ge-,Wissen als ein lernender, sich weiter Entwickelnden Weg. Und bezieht eine künstlerische und gestaltende Komponente mit ein.

Das Vokabular der „Gestaltender“ besteht aus Wörtern wie: Erzählen, Dichten, Kunst, Poesie, Rhythmus, Struktur, Muster, Visuell, Dimensionen, Ebenen,

Persien als Heimat der persischen Sprache und Kultur, würde ich folgende Berufliche Rollen zuordnen: Philosophie, Mathematik, Poesie & Dichter.

Raum für eine Weiterentwicklung in bestimmten Grenzen!

Weise – ordnend (gestaltend, Strukturgebend)

Der weise und ordnende Zugang versteht das Ge-, Wissen als ein lernender, sich weiter Entwickelnden Weg. Und bezieht eine künstlerische und gestaltende Komponente mit ein. Dies mit dem Ziel eine Ordnung und eine (innere) Struktur zu finden die Weiten, Welten und Wege eröffnet.

Das Vokabular der „Gestaltender“ besteht aus Wörtern wie: Erzählen, Dichten, Kunst, Poesie, Rhythmus, Struktur, Muster, Visuell, Dimensionen, Ebenen,

  1. Rollen (Praxis)

Der Gewissensträger der sein Gewissen nach zum Beispiel theologischen, psychologischen oder juristischen Kriterien interpretiert und gestaltet wird so zum entsprechenden Beruf`s Vertreter - also zum Theologen, Psychiater oder Jurist. Das Gewissen als Bühne wo verschiedene Schauspieler in ihren Rollen auftreten?

Der Mitwisser in uns vertritt verschiedene Sprachen und Kulturen oder um ein anderes Wort zu benützen Rollen. Wie ein Schauspieler der in verschiedenen Theatern oder Filmrollen spielt. Eine amüsante Geschichte ist die des Schauspielers auf der Bühne der sich nicht mehr an den nächsten Satz erinnern konnte. Die Souffleuse spricht den nächsten Satz mehrmals vor, worauf der Schauspieler zu ihr sagt: „sag mir nicht den nächsten Satz. Sag mir das Stück in dem ich spiele“. Eine schöne Anekdote um die verschiedenen Rollen des Gewissens zu verdeutlichen.

Das Ge-, Wissen als ein Historiker oder Geschichtsforscher der sich mit der Erforschung und Darstellung der Vergangenheit bzw. Geschichte beschäftigt?

Das Wort Philosophie wird normaler weise mit „Liebe zur Weisheit“ übersetzt. „Philein“ kann aber auch einfach mit „Gefallen finden“ oder „Interesse haben“ übersetzt werden. Und „sophia“ kann auch einfach „Wissen“ heißen. Ein „Sophos“ ist jemand, der sich auskennt und nach Wissen strebt. Ein Philosoph ist also ein „Wissens Handwerker“. Es ist das Wesen eines Philosophen, dies schon seit Sokrates das Wahre, das Schönen und das Gute zu definieren und aus den Zeitgeistern resp. Gesellschaft herauszuschälen.

Der Philosoph Anthony Kenny schreibt in seinem Brief „History of Western Philosophy“: „Philosophie ist spannend, weil sie die umfangreichste aller Disziplinen ist, denn sie erforscht grundlegende Konzepte, die sich durch unser gesamtes Reden und Denken über jedes Thema ziehen. Zudem kann man sie anwenden, ohne besondere vorhergehende Ausbildung oder Anweisung; jeder, der bereit ist, scharf nachzudenken und einer Argumentationslinie zu folgen, kann Philosophie betreiben.“49

Der Philosoph in mir kennt die Gewissenswege und Entscheidungen und erforscht diese. Er argumentiert mit meinen Werten, Normen und Autoritäten und setzt sie in Beziehung zueinander. Er schält das Wahre, Schöne und Gute aus den Gewissens-, Empfindungen, -Gestalter, -Deutungen und Quellen.

Der Theologe interpretiert und vermittelt die Inhalte der Bibel und die Geschichte von Gott mit der Schöpfung, und den Menschen. Er erklärt und beschreibt wer Gott ist und wie er wirkt. Es ist die Aufgabe eines Theologen auf das Grössere auf das was unser selbst, wie auch das Kollektives übersteigende hinzuweisen und bindet dies an Gott. Er leitet die Menschen an die Werkzeuge der Spiritualität zu nutzen und sie richtig anzuwenden.

Der Theologe in mir weist auf das heilige göttliche hin, mahnt mich die Bibel und die Glaubensdokumente zu lesen. Er ist es der mich auffordert das transzendente heilige an die Welten der Bibel zu binden. Und führt mich ins (gemeinsames) Gebet, Singen, Fasten, Bibellesen, Rituale wie zum Beispiel Abendmahl, soziales Handeln und aktive Gewissensgestaltung.

Ist das Gewissen gelehrter der Medizin? Das Wort Medizin leitet sich ab von lateinisch medicina bzw. ars medicina, „ärztliche Kunst“ oder die „Heilkunde“, von mederi, ‚heilen‘ was im Sinne von „ermessen, geistig abmessen, ersinnen, Rat geben oder wissen“ zu verstehen ist.50

Ein Mediziner erkennt Krankheiten und stellt Diagnosen er verschreibt Therapien um die Gesundheit der Patienten zu erhalten oder wiederherzustellen. Der Mediziner in mir erkennt und beschreibt kranke Gewissenswege, und Haltungen. Mein Medikus verbindet, verschreibt Medikamente und Therapien um den Gesundheitszustand meines Gewissens zu erhalten oder wieder herzustellen.

Die Psychologie (griechisch-lateinisch psychologia‚ Lehre von der Seele‘) ist eine empirische Wissenschaft. Ihr Ziel ist es, menschliches Erleben und Verhalten, deren Entwicklung im Laufe des Lebens sowie alle dafür maßgeblichen inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen zu beschreiben und zu erklären. Sprachlich ist er zusammengesetzt aus altgriechisch ψυχή psȳchḗ‚ Hauch, Atem, Leben, Lebenskraft, Seele, Geist, Gemüt‘ und λογία logía‚ Lehre von etwas, Wissenschaft von etwas‘.51 Psychologen wenden also die Wissenschaft von der Lehre von der Seele des Menschen an um menschliches Verhalten und erleben positiv zu verändern.

Der Psychologe in mir hat die Aufgabe mein Verhalten und Erleben zu interpretieren und zu reflektieren. Und Wege zur Veränderung aufzuzeigen.

Soziologie52 (lateinisch socius ‚Gefährte‘ und -logie) ist eine Wissenschaft, die sich mit der empirischen und theoretischen Erforschung des sozialen Verhaltens befasst, also die Voraussetzungen, Abläufe und Folgen des Zusammenlebens von Menschen untersucht.

Der Soziologe in mir erklärt und deutet mein „Handeln“ nichthandeln, Wirken und die Abläufe meines Erlebens und Verhaltens im Gemeinwesen und Zusammenlebens. Er ist es der mein Gewissen als ein Teil eines grösseren Ganzen sehen lässt.

Als Juristen (von lateinisch iura‚ die Rechte‘; Einzahl ius) bezeichnet man Akademiker, die das Studium der Rechtswissenschaft abgeschlossen haben. Ein Jurist kann als Rechtsanwalt, Notar, Staatsanwalt, Richter oder Experte arbeiten.

Der Jurist in mir erklärt, erforscht und setzt die Gesetze, Normen und Regeln um. Das Legislative Gewissen in mir macht die Normen, das Exekutive Gewissen führt die Normen aus und das Judikative Gewissen entscheidet nach den Normen, erkennt und Bennent auch Lücken und Fehler im Gesetz und dessen Anwendung.

Der Gewissen Journalist in mir recherchiert und trägt die Fakten zusammen die er zu einem stimmigen Text, oder Dossier zusammenfügt. Als VIP (Very important Person) hat er Zugänge im Menschen drin die anderen versperrt sind. Er beobachtet, stellt Gutachten und ist ein Informationen Handwerker. Journalisten und Journalistinnen schreiben Artikel, Reportagen und Kommentare. Sie recherchieren, selektieren und archivieren Informationen und stellen sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Durch die Pressefreiheit ist der Ge-, Wissens Journalist davor geschützt seine Quellen offenzulegen.

Der Ökonom

𝗗𝗶𝗲 𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗲 Ö𝗸𝗼𝗻𝗼𝗺𝗶𝗲 - 𝗦𝗰𝗵𝗹ü𝘀𝘀𝗲𝗹 𝘇𝘂𝗿 𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁 (Innere ökonomie, ökologie, und soziales Ergänzung CZ)

𝘎𝘦𝘴𝘵𝘦𝘳𝘯 𝘩𝘢𝘣𝘦𝘯 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘦𝘩𝘳 𝘷𝘪𝘦𝘭𝘦 𝘍𝘳𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘻𝘶𝘮 𝘉𝘦𝘨𝘳𝘪𝘧𝘧 𝘥𝘦𝘳 "𝘪𝘯𝘯𝘦𝘳𝘦𝘯 Ö𝘬𝘰𝘯𝘰𝘮𝘪𝘦" 𝘦𝘳𝘳𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵, 𝘥𝘢𝘩𝘦𝘳 𝘮ö𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘮𝘦𝘪𝘯 𝘒𝘰𝘯𝘻𝘦𝘱𝘵 𝘥𝘢𝘻𝘶 𝘩𝘦𝘶𝘵𝘦 𝘬𝘶𝘳𝘻 𝘷𝘰𝘳𝘴𝘵𝘦𝘭𝘭𝘦𝘯.

In einer Welt, die zunehmend durch Informationsflut, rasante Veränderung und psychische Überlastung geprägt ist, wird ein Aspekt immer entscheidender: Die Fähigkeit, mit den eigenen mentalen Ressourcen bewusst und effizient umzugehen. Die Zukunft der Arbeit (geprägt von Wissensarbeit, Kreativität und emotionaler Intelligenz) verlangt nicht nur technische, sondern vor allem psychologische Kompetenz. Die Ökonomie der Erinnerung setzt genau hier an: Es ist ein eine Idee, das die Psyche nicht als nebulöses Geflecht, sondern als hoch funktionales, ökonomisch strukturiertes System versteht - ein inneres Wirtschaftssystem, das lernbar, gestaltbar und optimierbar ist.

𝗞𝗲𝗿𝗻𝗶𝗱𝗲𝗲: 𝗘𝗿𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗮𝗹𝘀 𝗥𝗲𝘀𝘀𝗼𝘂𝗿𝗰𝗲

Das zentrale Argument des Buches ist radikal und zugleich intuitiv: Erinnerungen sind keine passiven Speicherfragmente, sondern dynamische, ökonomisch wirksame Einheiten, aus denen unsere Identität, unsere Entscheidungen und unsere Vorstellungen der Zukunft hervorgehen. Erinnerungen bilden das „Kapital“ unseres Geistes; sie sind zugleich Rohstoff, Währung und Produktivitätseinheit unseres Denkens.

𝗗𝗮𝘀 𝗚𝗲𝗶𝘀𝘁𝘀𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺: 𝗘𝗶𝗻𝗲 𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗲 𝗩𝗼𝗹𝗸𝘀𝘄𝗶𝗿𝘁𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁

Darauf aufbauend entwerfe ich ein komplexes, aber anschauliches Modell des „Geistsystems“: Es besteht aus drei ökonomisch wirksamen Prozessen - Narration (Vergangenheitsverarbeitung), Imagination (Zukunftsprojektion) und Suggestion (Selbstbeeinflussung). Diese Prozesse stehen in einem stetigen Austausch und bestimmen die psychische Effizienz. Das Buch bleibt nicht theoretisch, sondern entwickelt mit der „ökonomischen Erkenntnistherapie“ einen praktischen Pfad zur Selbststeuerung.

𝗩𝗶𝘀𝗶𝗼𝗻: 𝗗𝗶𝗲 𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗲 𝗪𝗲𝗹𝘁 𝗮𝗹𝘀 ö𝗸𝗼𝗻𝗼𝗺𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗠ö𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵𝗸𝗲𝗶𝘁𝘀𝗿𝗮𝘂𝗺

Statt die Psyche als Blackbox zu begreifen, versteht das Buch sie als System mit klaren Funktionsprinzipien. Die äußere Ökonomie - so die provokante These - ist letztlich ein Abbild der inneren. Das bedeutet: Wer seine innere Welt ökonomisch versteht, kann nicht nur sich selbst besser führen, sondern auch die Prinzipien erfolgreicher Zusammenarbeit, Führung und Innovation neu denken.

Die Ökonomie der Erinnerung ist ein Werk, das Philosophie, Psychologie und Wirtschaft radikal neu kombiniert. Es eröffnet eine neue Perspektive auf mentale Gesundheit, Selbstentwicklung und die Zukunft der Arbeitswelt. In einer Zeit, in der äußere Ressourcen knapp und innere erschöpft sind, ist das Buch ein Aufruf: Zur inneren Effizienz, zur bewussten Selbstgestaltung und zum Aufbruch in eine neue Ära der psychologischen Selbstverantwortung.

EIN WEG DER GEWISSENSBILDUNG / Anwendung

Einführung

Die Bibelstellen im Epheserbrief 6.10-20 wird landläufig als die Waffenrüstung bezeichnet. Viel ist darübergeschrieben worden. Vieles wird noch entdeckt werden. Neue wissenschaftliche (archäologische, Theologische) Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf diese Rüstung und wie der Autor es gemeint haben könnte und die Waffenrüstung in der Zeit des Autors gehandhabt wurde. Das Altgriechische Wort für Waffenrüstung erwähnt das neue Testament der Bibel nur noch bei Lukas 11 Vers 21f wo ein Stärkerer den vollbewaffneten schwächeren besiegt.

Jedes der Teile der Vollrüstung hatte seinen Sinn und erfüllte seinen Zweck. Die Reihenfolge wie die einzelnen Teile angezogen werden ist wohl nicht entscheidend, trotzdem sehe ich darin einen spirituellen philosophischen Weg mit theologischen Inhalten wie: Wahrheit, Gerechtigkeit, Evangelium, Glaube, Rettung (Heil), Geist und Gottes Wort.

Als Erster Schritt die Wahrheit erkennen, darauf in Freiheit sich für das Gute und zur Gerechtigkeit, zur Ordnung Entscheiden. Der Dritte Schritt dann bereit sein und werden das Gute, die gute Nachricht zu verbreiten, worauf der Glaube zur Rettung und dem Heil folgt. Und als letzter Schritt die menschlichen Geist Erfahrungen, das transzendente im Menschen drin, das heilige im Wort Gottes festmachen resp. schulen und formen.

Obwohl die einzelnen Teile nicht den ganzen Körper schützen und abdecken, teile ich die einzelnen Teile einem Körperteil zu, so dass der ganze Körper des Menschen gemeint ist. Paulus bedient sich der Bilder von Jes.11,5 und 59,17 und ergänzt diese zur römischen Rüstung, wie er sie aus seinem Lebensumfeld her kennt. Die sechs Teile der Waffenrüstung der Gurt, der Panzer, die Schuhe, das Schild der Helm und das Schwert ermöglichten den damaligen Soldaten in den Wettkampf oder in die Schlacht zu ziehen und den damaligen Gegner und Angreifer entgegenhalten und verteidigen zu können. Ja sie in die Flucht zu schlagen, und Paulus der Autor übertrug die Funktionen der Waffenrüstung ins geistliche und betonte dies alles zu einem Wettkampf, und im Geiste also nicht im Krieg, einer Schlacht!

Mir gefällt, dass alle Teile der Waffenrüstung zur Verteidigung dienen, also kein Angriff erwähnt ist. Trotzdem erweitere ich den spirituellen Weg beim Anziehen der Schuhe der Bereitschaft, mit einem Glaubensschritt, dem Josua Schritt, der der Bundeslade und den Priester ins Flussbett des Jordans folgte. Ein Schritt in Richtung des Neuen des versprochenen. Ein Glaubens Schritt in die vorbereitete Berufung und das Heil hinein, dem heiligen nach. Die weiteren Teile der Waffenrüstung dienten dann der defensiven und aktiven Vereidigung. Mit dem Helm des Heils, Schild des Glaubens und dem Schwert des Geistes. Es ist Gott selber der die Teile der Waffenrüstung zur Verfügung stellt. Sie stehen in der Waffenkammer der himmlischen Ewigkeit. Es liegt an uns die Rüstung Selbstbestimmt und aktiv in unseren Lebensrealitäten zum Einsatz zu bringen zum Wohle auch eines grösseren Ganzen.

Der Text aus der „neuen Genfer Übersetzung“

Die Waffen Gottes: Ausrüstung für den Kampf gegen die Mächte des Bösen

Die geistliche Waffenrüstung

10 Nun noch ein letztes: Lasst euch vom Herrn Kraft geben, lasst euch stärken durch seine gewaltige Macht!

11 Legt die Rüstung an, die Gott für euch bereithält; ergreift alle seine Waffen! Damit werdet ihr in der Lage sein, den heimtückischen Angriffen des Teufels standzuhalten.

12 Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen ´Wesen von` Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis, die über die Erde herrschen, gegen das Heer der Geister in der unsichtbaren Welt, die hinter allem Bösen stehen.

13 Deshalb greift zu allen Waffen, die Gott für euch bereithält! Wenn dann der Tag kommt, an dem die Mächte des Bösen angreifen, ´seid ihr gerüstet und` könnt euch ihnen entgegenstellen. Ihr werdet erfolgreich kämpfen und am Ende als Sieger dastehen.

14 Stellt euch also entschlossen ´zum Kampf` auf! Bindet den Gürtel der Wahrheit um eure Hüften, legt den Brustpanzer der Gerechtigkeit an

15 und tragt an den Füßen das Schuhwerk der Bereitschaft, das Evangelium des Friedens zu verbreiten.

16 Zusätzlich zu all dem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr jeden Brandpfeil unschädlich machen könnt, den der Böse gegen euch abschießt.

17 Setzt den Helm der Rettung auf und greift zu dem Schwert, das der Heilige Geist euch gibt; dieses Schwert ist das Wort Gottes.

Die Wichtigkeit von Gebet und Fürbitte beim geistlichen Kampf

18 Wendet euch, vom Heiligen Geist geleitet, immer und überall mit Bitten und Flehen an Gott. Lasst dabei in eurer Wachsamkeit nicht nach, sondern tretet mit Ausdauer und Beharrlichkeit für alle ein, die zum Gott heiligem Volk gehören.

19 Betet auch für mich! Bittet Gott, mir bei der Verkündigung seiner Botschaft die ´richtigen` Worte zu geben. Dann kann ich das Geheimnis des Evangeliums unerschrocken bekannt machen.

20 Ich bin ja als Gottes Gesandter für das Evangelium tätig, und gerade deshalb bin ich zurzeit im Gefängnis. Betet, dass ich meinen Auftrag erfüllen und diese Botschaft frei und offen weitergeben kann. Evangeliums zu verkündigen, 20 dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss.

  1. Gestärkt und gerüstet!

Wenn Paulus ein Soldat vor Augen hatte, war es ein Soldat der im Kampf geübt und trainiert wurde. Eben gestärkt und gerüstet, in dem er seine menschlichen Muskeln trainierte, nicht im Geist, oder mental, durch Gedanken und Mentale Übungen - sondern physisch. Durch Gewichtheben, Trainings-, und Showkämpfe! Ein gestärkter und gerüsteter Soldat kennt, Schlafmangel, Hunger, Verletzungen, Überforderung und Mangel.

Ein Soldat absolviert eine Grundausbildung, eine Ausbildung in der er an Macht und Stärke zunimmt, bis er fähig wird und ist, eine Waffe zu führen und mit ihr im Kampf zu bestehen.

  1. Gürtel der Wahrheit

Den Kriegsgürtel (Cingulum militare, Balteus Schnalle) trug der Soldat um die Tunika (Kleid) und Waffen zu halten und diente dazu ihn als aktiver Soldat der römischen Legion zu identifizieren und autorisieren. Damit war er dem römischen Staat und der Obrigkeit verpflichtet dienst zu leisten. Dieser wiederum garantierte ihm Schutz und römisches Recht, dadurch war er römischer Soldat. Dies war seine Wahrheit der er vertraute und zur Treue verpflichtet war. Für diese zog er in den Wett-, Kampf um sie zu verteidigen oder geographisch auszudehnen, je nach Befehl resp. Berufung.

Der Gürtel bestätigt die Identität des Soldaten und hält sein Schwert und Dolch. Er schützt auch den unteren Rumpf, die Bauchgegend des Soldaten mit seinen Organen, Knochen und Gelenke und auch das „Bauchgefühl“, eine subjektive Wahrheit eine Gewissenquelle innerhalb des Menschen. Diese Intuition ist geheimnisvoll mit den Mitmenschen, dem „Gewissen der Gemeinschaft“ und der Schöpfung mit seinen Naturgesetzten verbunden. Das ruhen in, erfahren und erleben dieser Wahrheit ist es welche den Menschen, den Gewissensträger zu einem autonomen selbstbestimmten Leben befähigt, so paradox es in diesem fremdbestimmten römischen Kontext tönen mag.

Nur für das Gewissen gewertete Werte, genormte Normen, autorisierte Autoritäten und eine geerdete Vision, Ziel oder der Purpose sind sinnstiftend und geben dem Gewissen Halt und Stabilität.

1.Petru 1.13 umgürtet mit Gesinnung Denkvermögen, Verstand, Intellekt, Sinn

  1. Panzer der Gerechtigkeit

Den Panzer (Lorica = Schuppen-, Glieder-, Schienen-, Spangenpanzer oder Kettenhemd) trug der Soldat zum Schutz. Ob Paulus ein Kettenhemd also ein Ganzkörperschutz oder ein Spangenpanzer, der nur den oberen Torso schütze vor Augen hatte kann wohl nicht mehr verifiziert werden. Der Brustpanzer war bereits in der Schlacht von Kalkriese (Jahr 09) im heutigen Deutschland im Einsatz, gut möglich das Paulus deshalb diese Art von Panzer gemeint haben könnte. Um das innerbiblische Zeugnis vom Wort Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten behalte ich beide Arten der Panzer bei. Zum Beispiel schreibt der Autor im Jesaja Buch (59.17) vom Brustpanzer ein paar Verse weiter (Jes.61.10) vom Mantel oder Rock der Gerechtigkeit.

Wenn der römische Soldat den Panzer (das Kettenhemd) der Gerechtigkeit anzog schütze er im übertragenen Sinne das Herz die Mitte zwischen Kopf und Bauch. Zwischen dem subjektiven, dem Intuitiven oder dem Bauchentscheid und dem rationellen (objektiven) Kopfentscheid. So brachte er das Begehren, das Mut hafte und das Vernünftige zusammen wie es der Philosoph Platon definierte. Das Herz ist der Schnittpunkt zwischen dem Intuitiven und dem rationellen und logischen wo wir die Werte, Normen und Autoritäten bewerten, hierarchisieren und emotionalisieren, also mit Gefühlen (positiven wie negativen) und einer Ordnung versehen.

Der römische Jurist Ulpian53 (170–228 n. Chr.) definierte Gerechtigkeit als: „Gerechtigkeit ist der feste und dauernde Wille, jedem sein Recht zuzuteilen“. Er unterscheidet zwischen Tausch und zugeteilter Gerechtigkeit. Und dass Menschen mit gleichem Status vom Staat gleichbehandelt werden und das gleiche Recht zugeteilt wird. Gerecht sein ist eine innere Einstellung, eine Haltung und Tugend und diese betrifft den ganzen Körper. Im oberen Torso entsteht die Motivation und fällt der Entscheid, der Herzensentscheid aktiv für einen Wert, Norm, Autorität und eine Sache einzustehen und dafür aktiv zu werden.

  1. Schuhwerk der Bereitschaft

Das Schuhwerk, die Schuhe, Sandalen (Caligae, Singular: Caliga) eher Marschstiefel trug der Soldat im Alltag, auf dem Marsch und allg. im Dienst. Die Art der Schuhe zeigten auch den Status und zum Teil den Dienst Grad der Soldaten resp. Vorgesetzten an. Es waren wohl diese gut durchlüfteten mit Nägeln beschlagenen Sandalenstiefel die den römischen Soldaten erfolgreich werden liess. Mit Ihnen waren sie Standfest und doch mobil, auch auf den langen Distanzen.

Wenn der römische Soldat die Schuhe der Bereitschaft anzog war er Willens und machte sich bereit das römische Recht und das römische Verständnis von Gerechtigkeit und Recht durchzusetzen, zu verteidigen oder geographisch zu Vergrössern.

Paulus schreibt an dieser Stelle des Glaubenswegs von dem Auftrag, der Berufung die der römische Soldat empfangen hat. Nämlich das Evangelium, die gute Nachricht des Friedens zu verbreiten.

Wissen was mein Territorium ist

.“ Je besser man sich also auf das Predigen vorbereitet, desto besser sitzt der Schuh.

Der Josua Schritt

In der vom Paulus erwähnten Waffenrüstung und dem darin enthaltenen Glaubensweg sind alle Rüstungsteile und deren Einsatz und Verwendungszweck passiv für den defensiven Gebrauch formuliert. Dies hat seinen guten Grund. Die beschriebene Rüstung ist eine Grundrüstung die sowohl zuvorderst an der Front wie auch in der Verteidigung getragen wurde, im aktiven wie im passiven Dienst. Paulus erwähnt keine taktischen und strategischen Zwecke, er beschreibt eine Rüstung für den Dienst in der römischen Armee, bestimmt zum Wettkampf.

Trotzdem möchte ich an dieser Stelle ein aktiver Schritt, den Josua Schritt in den Glaubensweg einführen. Nachdem Josua Anführer des Volkes der Hebräer wurde stand er vor der Aufgabe dieses Volk in das gelobte Land zu führen. Mit einem ersten Schritt ins vorbereitete trockene Flussbett folgte er dem heiligen, der Bundeslade. Ein Schritt ins unbekannte Richtige, dem heiligen nach.

Die Wahrheit und Zugehörigkeit welche wir beim Gurt anziehen erkannt haben und beim Anziehen des Panzers benannten und für das Gute entschieden haben lernen wir nun mit dem Josua Schritt in eine Handlung umzusetzen. Also bewusst anzuwenden.

  1. Schild des Glaubens

Das Schild (Scutum), die Schutzwaffe trug der Soldat in einer Hülle aus Leder am Rücken oder im Wett-, Kampf mit der linken Hand und Arm zur Verteidigung und im Nahkampf als ramm Waffe. Die Schutzwaffe schützte seinen ganzen Körper je nach grösse und Beschaffenheit des Schildes.

Wenn der römische Soldat den Schild anzog war er bereit die feurigen Pfeile und Geschosse des Feindes abzuwehren, er konzentriert und fokussiert sich auf seinen Einsatz, das abwehren und auslöschen von den feurigen Pfeilen und Geschosse des Bösen, der Scham, Schuld, unwahren, unrealen, unrechten und falschen.

  1. Helm der Rettung

Den Helm (Cassis und Galea) trug der Soldat um seinen Kopf im Wett-, Kampf vor Schlägen, Geschossen und Pfeilen zu schützen und durch den Schmuck auf dem Helm Status und Prestige zu zeigen.

Wenn der römische Soldat den Helm, der Rettung, des Heils oder Erlösung anzog war seine Position innerhalb der Gruppe, der Einheit geklärt. Die Zenturien zum Beispiel mit ihrem Kopfschmuck waren vorne in der Gruppe in dem grösseren Ganzen positioniert. So dass sie als orientierungspunkt für die Soldaten dienten. Der Helm gilt auch als Symbol für einen achtsamen, heilsamen Umgang mit den Gedanken. Die Gedanken ordnen und sie auf die Gemeinsamen Werten, Normen und Autoritäten des Grösseren Ganzen ausrichten geht einher mit dem anziehen des Helmes dies gibt unserem Gewissen innere Sicherheit und Klarheit.

Im Kopf ist auch der Ort wo der Entschluss fällt unter Druck und im Wett-, Kampf dran zu bleiben für das Wahre, Gute und Schöne. Oder für das Gute, für die Ehre, das Recht, das Reale, Echte und Richtige. Sowohl für sich persönlich wie auch seine Gemeinschaft und dessen grösseres Ganze. Der Zenturio war bekannt für seinen Gehorsam, seine Disziplin und Verantwortungsbewusstsein für seine Gruppe oder Einheit.

  1. Schwert des Geistes

Das Schwert (Gladius, Spatha) trug der Soldat als Nahkampfwaffe. Mit dem Schwert war die Vollmontur zum Einsatz komplett, andere Geräte konnten je nach Position im Wett-, Kampf noch dazu kommen. Paulus der Autor der Waffenrüstung sah wohl vor allem Soldaten im inneren Dienst oder im Wettkampf vor sich.

Andere Bibelübersetzter (Lutherbibel 20217) übersetzen „Schwert des Geistes“. Nach Duden bedeutet Geist: „denkendes Bewusstsein des Menschen, Verstandeskraft, Verstand, Scharfsinn, Esprit, Gesinnung; innere Einstellung, Haltung,“ oder auch „Mensch im Hinblick auf seine geistigen Eigenschaften, durch bestimmte Eigenschaften des Wirkens oder Sich Verhaltens charakterisierter Mensch, geistige Wesenheit“.

Die deutsche Herkunft des Wortes geht auf das Mittel und althochdeutsche «geist» zurück was mit «Erregung, Ergriffenheit» beschrieben werden kann. Die lateinische (Spiritus), wie auch hebräische (ruach) Form kann auch mit „Hauch, Atem, [Lebens] geist“ wiedergegeben werden. Paulus fordert uns mit dem letzten Element der Waffenrüstung auf das Schwert zu ergreifen. Er fordert uns auf mit Scharfsinn den Zeitgeist zu analysieren und unser Denkvermögen als Selbstschutz und in den Dienst eines grösseren Ganzen zu stellen.

Aus dem Werkzeugkoffer der Mittelalterlichen Klosterspiritualität stammt der Dreiklang: „ora et labora et lege“ (bete, arbeite, lese). Damit haben sie uraltes Gemeinschaftswissen in eine einfache Formel gebracht die bis heute seine Kraft erhalten hat. „Beten“ würde ich als: „Verinnerlichen, betrachten (visualisieren) und Gespräch mit dem transzententen Heiligen beschreiben. Im Wort „Arbeiten“ klingt bemühen, anstrengen eventuell noch leiden an. „Lesen oder studieren“ im Sinne dieses Dreiklangs ist ein meditatives lesen oder Lernen. Diese Werkzeuge der Spiritualität prägen und strukturieren den Tagesablauf zum Beispiel des Benediktiner Orden bis heute.

Wenn wir diese Werkzeuge der Spiritualität in Gemeinschaft mit anderen Menschen einsetzten, prägen und formen wir damit das Gemeinschaftsge-, Wissen dieses Grösseren Ganzen mit. Paulus bindet das Schwert, den Geist an das Wort Gottes als äussere Quelle.

  1. Wachsam mit Ausdauer und Beharrlichkeit!

Wenn wir dieses äussere nicht zu deuten, einordnen und zu emotionalisieren und Hierarchien können und verstehen, werden wir den Feind nicht erkennen können. Die Ausrichtung, nach dem Guten, Wahren und Schönen wird beeinträchtigt, neblig und verschwommen.

Wachsam gegenüber dem Wahren und ausdauernd in dem Zugehörigen zu sein, erforderten Beharrlichkeit. 

  1. Ausblick & Anwendung

Nun sind wir am Ende des philosophisch spirituellen Weges, und doch auch wieder am Anfangspunkt. Die Wahrnehmungen, Empfindungen und Erfahrungen die wir mit dem anziehen der Waffenrüstung erfahren, erlebt und durchlebt haben sind nun der Ausgangspunkt für ein neues anziehen der Rüstung. Diese Wahrnehmungen und Erfahrungen wurden und werden uns nun zur neuen Wahrheit die es gilt wie ein Gurt anzuziehen. Innerhalb des Brustpanzers ist der Ort wo der Entscheid reift und getroffen wird sich für das Gerechte einzustehen. Eine Körper-, Haltung sich für das Recht und die Ordnung einzusetzen. Die Schuhe schaffen Standfestigkeit sie sind die Voraussetzung aktiv zu werden und sein, das erkannte wahre, gute und Richtige weiter zu verbreiten. Mögliche Angriffe können wir mit dem Schild der Zuversicht und der Gewissheit abwehren. Der Orientierungslosigkeit begegnen wir mit dem anziehen des Helmes. Damit konzentrieren, klären und fokussieren wir uns wieder neu auf den Auftrag und das Ziel. Den Geist schärfen wir mit dem Wort Gottes.

Vor 800 Jahren wurden vier Zustände des Ge-, Wissens definiert, die da sind: „gut und ruhig, gut und unruhig, schlecht und ruhig, schlecht und unruhig.“ Sie haben bis heute ihre Bedeutung nicht verloren. Im Fachgebiet der Ethik geht es um Gewissensfragen, mit ethischen Fragen können wir unser Ge-, Wissen erforschen, formen und ihm einen Weg aufzeigen. Ihm auch einen Rahmen und Leitplanken resp. Leitlinien geben damit es gut, ruhig und Sicher werden kann. Doch was sind Kluge, wegweisende und „Sichere“ Ethiksysteme? Was für Fragen bringen uns auf die Spur zu einem Guten und Ruhigem Gewissen? Es sind Fragen die unsere inneren und äusseren Werte, Normen und Autoritäten zusammenführen und in ein oder mehrere grössere Ganzen einbetten. Sie gehen also über die Wirklichkeit unserer Existenz (und die des grösseren Ganzen) hinaus und verweisen auf etwas höheres etwas transzendentes heiliges. So muss also die erste Frage zwingend nach dem transzendenten Heiligem sein. Daraus leiten sich die Prinzipien, Wege und Handlungen ab.

Wie Paulus im Ausklang der Waffenrüstung schreibt ist es das Gebet, das Bitten und Flehen zu Gott, diesem transzendenten heiligem, das wache, beharrliche und freimütige was uns im Wett-, Kampf zu bestehen hilft und uns zum Ziel bringt.

KASUISTIK, meine Gewissenswege Gewissenentscheide

Kasuistik bedeutet die „Theorie bezogene Darlegung von Einzelfällen“.

Fall 1

Ein 16-Jähriger hat in der angrenzenden Schule unter Drogen und Alkoholeinfluss randaliert. Dabei hat er auch die Windschutzscheibe unseres Autos eingeschlagen. Da er von der Polizei gestellt wurde kannten wir Name, Alter und Wohnort. Nun stellte sich uns die Frage ob wir ihn vor dem Jugendanwalt anklagen wollen.

Mein Gewissen sträubte sich gegen eine Verzeigung des 16-Jährigen, weil ich seine Zukunft nicht beeinträchtigen wollte. Ein befreundeter Polizist riet mir zu einer Anklage, denn so seine Aussage: „hätten sie endlich einer erwischt und ich könne ihn nicht einfach laufen lassen“. Auch wäre die Busse die der 16-Jährige bezahlen müsse kein grosser Betrag. Die Schule brachte das Delikt (ca. 5000.00 Fr. Schaden) vor den Jugendanwalt.

Meine / Unsere Gewissenlösung war, dass wir dem Jungen die Rechnung der Reparatur der Windschutzscheibe persönlich aushändigten. Und wir keine Anklage erhoben. Er wurde ja von der Schule angezeigt. Zeitgleich hörte ich, dass 80% der Jugendlichen welche in Jugendjahren vor dem Jugendanwalt standen der Rest ihres Lebens nicht mehr straffällig wurden. Was für mich / uns eine Bestätigung meines unseres Handelns war. Der16-Jährige zahlte die Rechnung fristgerecht.

Fall 2

Am 31.08.1997 starb Lady Diana bei einem Verkehrsunfall in Paris. Ich weilte zu dieser Zeit zu einem Sprachaufenthalt in London. Wo ich die Trauer um die „Prinzessin der Herzen“ hautnah mitbekommen habe. Eine Sprachlehrerin unserer Schule wartete in einer Menschenschlange sieben Stunden um sich und im Namen der Schule in einem Konsolenzbuch eintragen zu können. Ich sah die tausenden Blumensträusse vor dem Kensington-Palast und die weinenden Menschen auf der Strasse. Als die Beerdigung fertig war und ich die Haustüre öffnete um zur Strasse hochzugehen wo anschliessend der Trauerzug vorbeifuhr, machten es mir dutzende gleich. Unvergesslich wie die Strasse für dieses Ereignis geputzt und gewaschen wurden.

Ich empfand die Trauer der Briten um ihre Prinzessin als Echt und nicht zur Schau gestellt. Im Oktober zurück in der Schweiz staunte ich, dass die Magazine auch in der Schweiz voller Artikel um Lay Diana waren. Das Interesse der Schweizer um die „Prinzessin der Herzen der Briten“ empfand ich hier gekünstelt und unecht. Es war ein Personenkult ohne inneren Bezug zum geschehen.

Fall 3

Ein Freund von mir hat sich überlegt in die chinesische Kryptowährung „Yuan“ zu investieren. Er erläuterte mir die Vorteile, vor allem der, dass er mit dem „Yuan“ schnell viel Geld verdienen könne welches er dann verschenken würde. Also ein altruistisches Motiv und Motivation.

Fall 4

Als Gärtner und Hauswart habe ich einige mir anvertraute Liegenschaften in denen ich den Schnee wegräumen soll, sowie die Glättebekämpfung vornehmen darf. Der Richtige Zeitpunkt für die Schneeräumung zu treffen ist schwierig und oftmals ein Gewissensentscheid. Geht es doch um Unfallprävention und doch auch darum die Nebenkostenabrechnung für die Mieter nicht übermässig zu strapazieren. Das Schneeschippen und die Glättebekämpfung werden bei vielen Liegenschaften den Mietern via Nebenkosten Abrechnung verrechnet. Der richtige Zeitpunkt einer Schneeräumung kann nicht bei allen Liegenschaften gewährleistet werden. Da das Personal meiner Firma ja nicht zu jeder Zeit überall sein kann. Doch welche Kriterien sind Entscheidend, wo sollen wir zuerst räumen? Bei dem Kunden, der für uns am wirtschaftlichsten ist? Bei dem der am freundlichsten ist? Der, der am nächsten gelegen ist?

Ja neben Betriebswirtschaftlichen und emotionalen Gründen schaue ich auch wie und wo die Gemeindearbeiter, die Kantonsarbeiter ihre Strassen räumen. Wie andere Private und Unternehmen räumen und gegen Ende der Saison wie die Saisonkosten im Vergleich zur letztjährigen Saison ungefähr aussehen. Wo und wie ich bei einer einzelnen Liegenschaft also Schneeräume und Glättebekämpfung mache hängt also von verschiedenem Parameter ab, sind in Überlegungen eines grösseren Ganzen eingefügt.

Fall 4

Londoner Schamgeschichte

Fall 5

Ein Kasuistiker wurde von seiner Tochter für ein Darlehen angefragt. Tochter möchte ein Darlehen, Frau ist dagegen

Fall 6

Ein Bekannter aus Norddeutschland wurde von seiner Tante gebeten, mit ihrem Mann in die Schweiz zu fahren, damit er hier legal sein Leben beenden könne. Der Bekannte lehnte ab, doch die „Autorität“ Tante, und ihr Wunsch beschäftigte ihn, und belastete sein Ge-,Wissen. Sein Onkel verstarb dann ein paar Jahre später. Doch sein von der Tante beeinflusster Ge-,Wissens Entscheid beschäftigte ihn noch Jahrelang.

Fall 7

Morphium Sauerstoff Vater


LITERATURVERZEICHNIS

Bücher & Orte die mich inspiriert haben

Zürcher Bibel / diverse Bibelübersetzungen jeweils vermerkt

Biblisches Wörterbuch / R. Brockhaus

Deutsches Herkunftswörterbuch / Duden

Handbuch zur Bibel / David und Pat Alexander / Brockhausverlag Wuppertal / Verlag BLB, Winterthur

Das verlorene Gewissen / John McArthur / Brunnen Verlag

Das Gewissen in Kultur und Religion / K.W Müller / VTR Verlag

Das Grosse Bibellexikon / R.Brockhaus / Brunnen Verlag


  1. www.google.ch Suchbegriff «Wissen Bedeutung», 02.11.2021↩︎

  2. Preisschrift über die Grundlage der Moral, 1841, § 16↩︎

  3. Beate Steiner, Ulrich Bahrke (Hg.), Der "innere Richter" im Einzelnen und in der Kultur. Klinische, soziokulturelle und literaturwissenschaftliche Perspektiven, Gießen 2013, S. 31-47 (Schuld, Zeit und Gewissen Jan Assmann)↩︎

  4. Maat (ägyptische Mythologie) – Wikipedia, am 16.11.2022↩︎

  5. Kairo CG 565; Meulenaere 1965; 1984, mit weiteren Beispielen.↩︎

  6. Bacon, The Advancement of Learning, 8↩︎

  7. David Gooding / John Lenox, Was sollen wir tun? S.50f↩︎

  8. António DamásioSelbst ist der Mensch: Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins. Pantheon Verlag 2013, ISBN 978-3-570-55179-0, S. 169 („Bewusstsein: eine Definition“)↩︎

  9.  Christof Koch, Heather Berlin: Wovon Freud nicht zu träumen wagte. In: Gehirn&Geist. Band 10, 2010, S. 72–75 (spektrum.de [abgerufen am 27,12,2022).↩︎

  10. Raphael Bonelli über die Selbsttranszendenz | DI | 13 06 2017 | 6:56 - oe1.ORF.at abgerufen am 27,12,2022↩︎

  11. René Scheu über die Ersatzreligionen unserer Zeit - Blick (abgerufen am 28,12,2022)↩︎

  12. Vortrag von Johannes Stüttgen zur Eröffnung des OMNIBUS-Seminars in Bochum↩︎

  13. Zusammenfassung zur Dissertation Was bedeutet ’ conscientia‘ bei Descartes?, Boris Hennig, Institut für Philosophie, April 2004↩︎

  14. Eckstein 1983, S. 127↩︎

  15. Zusammenfassung zur Dissertation Was bedeutet ’ conscientia‘ bei Descartes?, Boris Hennig, Institut für Philosophie, April 2004, S. 89↩︎

  16. Vier Arten des Gewissens, Klöster als Innovationslabore Band 4, Mirko Breitenstein, S. 35↩︎

  17. Zusammenfassung zur Dissertation Was bedeutet ’ conscientia‘ bei Descartes?, Boris Hennig, Institut für Philosophie, April 2004↩︎

  18. Vier Arten des Gewissens, Klöster als Innovationslabore Band 4, Mirko Breitenstein, S. 35↩︎

  19. Albert der Grosse, Über das Gewissen und den praktischen Intellekt, Herder, Freiburg 2019↩︎

  20. 3 9 STh I/II, q. 19, a. 5: »Unde dicendum est simpliciter quod omnis voluntas discordans a ratione, sive recta sive errante, semper est mala.« Vor Thomas von Aquin war es schon Peter Abaelard im 12. Jahrhundert, der ohne Einschränkung die Gewissensbindung zum ethischen Prinzip erhob: »Quod peccatum non est nisi contra conscientiam«, so ist das entsprechende Kapitel in seiner Ethik überschrieben; D. E. Luscombe (Hrsg.), Peter Abelard's Ethics, Oxford 1971, S. 54↩︎

  21. Bibel. Matthäus 13.30↩︎

  22. Christliche Ethik im Porträt Leben und Werk bedeutender Moraltheologen, Konrad Hilpert, Herder Verlag, 2012↩︎

  23. Zusammenfassung zur Dissertation Was bedeutet ’ conscientia‘ bei Descartes?, Boris Hennig, Institut für Philosophie, April 2004↩︎

  24. https://de.wikipedia.org/wiki/Theologie↩︎

  25. https://www.katholisch.de/artikel/29073-die-kirche-und-das-gewissen-vom-inneren-zwang-zur-wahrheit?msclkid=f0c352a0ce9511ecabd04ff9cd518876 / 08.05.2022↩︎

  26. https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P64.HTM / 08.05.2022↩︎

  27. https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeitstheorien↩︎

  28. Huldrych Zwingli, Schriften, Band 1, Verlag TVZ Zürich, Thomas Brunnschweiler und Samuel Lutz, Zürich 1995, Predigt gehalten 1523 Göttliche und menschliche Gerechtigkeit und wie diese sich zueinander verhalten↩︎

  29. https://www.heidelberger-katechismus.net/Heidelberger_Katechismus___Der_gesamte_Text-8261-0-227-50.html / 18.05.2022↩︎

  30. Medizin – Wikipedia, 27.12.2021↩︎

  31. Christliche Ethik im Porträt Leben und Werk bedeutender Moraltheologen, Konrad Hilpert, Herder Verlag, 2012↩︎

  32. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen↩︎

  33. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen↩︎

  34. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen↩︎

  35. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen↩︎

  36. https://www.researchgate.net/publication/274698065_Gewissen_und_Identitat_Philosophisches_zu_Kleists_Prinz_von_Homburg_und_Marquise_von_O↩︎

  37. https://www.textlog.de/fichte-7.html↩︎

  38. https://www2.soziologie.uni-halle.de/emeriti/thome/docs/frankfurt.pdf

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen↩︎

  39. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen↩︎

  40. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen↩︎

  41. https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/gewissen/5935↩︎

  42. Inspiriert von: Dr. Klaus W. Müller „Das Gewissen in Religion und Kultur“ Lehrbuch der Elenktik VTR Verlag↩︎

  43. Vgl. Albertus Magnus, De homine, Ed. Colon XXVII/2, S. 531 Z. 11-13 und 18-19↩︎

  44. Wahrheit – Wikipedia, 06.05.2022↩︎

  45. Über das Gewissen und den praktischen Intellekt, Herder Verlag, S.42↩︎

  46. https://egw.ch/news/recht-im-wandel↩︎

  47. https://www.duden.de/rechtschreibung/Identitaet↩︎

  48. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen↩︎

  49. Kenny, Brief History of Western Philosophy, xi↩︎

  50. Medizin – Wikipedia, 27.12.2021↩︎

  51. https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie↩︎

  52. https://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie↩︎

  53. Gerechtigkeit • Definition | Gabler Wirtschaftslexikon (05.09.2021)↩︎

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