Zurzeit sind wir als Familie und Freunde daran eine Gemüseanbau
Gemeinschaft hier im Berner Oberland zu initiieren und aufzubauen. Das
Grundstück, welches wir gepachtet haben, war überwuchert mit Unkraut und
Brombeeren. Nachdem der Pachtvertrag unterschrieben war, habe ich die
Unkrautpflanzen mit einer Motorsense gemäht. Anschliessend starteten wir
mit dem Umgraben. Beim Umgraben haben wir sorgfältig Winden,
Brombeeren und Löwenzahnwurzeln entfernt. Als Gärtner weiss ich nun das
selbst beim sorgfältigsten Umgraben und heraussuchen der Winden,
Brombeeren und Löwenzahnwurzeln immer noch Unkrautwurzeln im Boden
sind. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Wurzeln wieder austreiben und wachsen.
Der Gärtner wiedersteht den Winden, Brombeeren und dem
Löwenzahnwurzeln, indem er die Pflanzen mit den Wurzeln nochmals und
immer wieder ausgräbt und entfernt.
In unserem Seelengarten ist es mit den Schuld und den Schamempfindungen
ähnlich. Hier hilft nur gründliches «mähen und umgraben», sprich Erkennen,
Benennen, Bekennen und Wiedergutmachen. Die meisten Unkrautwurzeln der
Schuld und den Schamempfindungen werden so entfernt. Vielmals bleiben ein
paar hartnäckige Wuzeln zurück. Hier hilft nur ein Wiederholen und
Dranbleiben – Eben ein Wiederstehen, bis die Schuld und die
Schamempfindungen seine Kraft verlieren und verschwinden.
Claudius Zumbrunn