Beim Mittagessen in unserem Elternhaus, kamen wir im Gespräch auf dem Kartoffelgratin zu
sprechen. Eine Person am Tisch meinte, um den Kartoffelgratin möglichst fein zu bereiten braucht es
mehlig kochende Kartoffeln, und nicht die Festkochenden. Weil bei den mehlig kochenden
Kartoffeln die Stärke aus den Kartoffeln austritt und sich mit der Sauce verbindet was eine
besondere feine Konsistenz hervorbringt. Die fest kochenden bleiben fest, geben wenig Stärke ab
und gehen diese Verbindung weniger ein.
Genau so sind wir Menschen in der Gemeinschaft. Sind wir mehlig kochende Kartoffeln und bringen
unsere «Stärke» in die Gemeinschaft mit ein und sorgen für eine feine Konsistenz? Oder sind wir
festkochende, wenig preisgebende und bleiben fest und für uns alleine? Gegenteilig geben wir zu
viel Stärke von uns? Sind wir «zu «mehlig» kochend und werden dadurch pampig? Es braucht ein
Gleichgewicht, eine Balance.
Für mich finde ich diese Balance, in dem ich Zeit für mich selber nehme. Zum Beispiel in meinem
«Gebets-Berg Projekt» wo ich einmal im Monat auf meinen Gebetsberg wandere. Es ist vielmehr als
in einem spirituell ausgerichteten Verein auf der Kirchenbank zu sitzen. Für mich ist dies
Seelenhygiene pur. Immer wieder mache ich da eine Auslege Ordnung meines Lebens und der
Umstände in denen ich bin. Immer wieder staune ich, wenn ich unterwegs auf den Berg die Bibel
aufschlage, wie die Stelle die ich lese, genau in die Gedankengänge und Lebenssituation
hineinsprechen.
Mehlig oder festkochend?
Claudius Zumbrunn